In Vorarlberg wird ein kurioses Thema nun zur Streitfrage in der Landespolitik. Dabei geht es darum, wie viel von der Asche einer verstorbenen Person man in einer Urne in den eigenen vier Wänden haben darf.
Die bisherige Regelung im Bundesland sieht vor, dass man die halbe Asche mit nach Hause nehmen darf, der Rest hat auf einem offiziellen Friedhof oder einem Waldfriedhof zu bleiben. Die NEOS wollen dies nun per Antrag ändern. Wie die "Krone" berichtet, sei man durch den Fall eines Witwers, der die Asche seiner Frau nicht vollständig mit nach Hause nehmen durfte, auf die Thematik aufmerksam geworden.
Laut den NEOS würde gerade dieses Beispiel zeigen, wie sehr das aktuelle Gesetz an der Lebensrealität vorbeigehen würde. In anderen Bundesländern und europäischen Nachbarländern sei es längst erlaubt, die gesamte Asche auf dem Kaminsims stehen zu haben.
Die Pinken wollen den "Friedhofszwang" beenden und sprechen sich für mehr Selbstbestimmung beim Abschiednehmen aus. Der Staat solle nicht entscheiden dürfen, wo ein Mensch seine letzte Ruhe finde.
Eine andere Sicht auf das Thema hat die ÖVP. Die Volkspartei sieht den Friedhof "als geeigneten Treffpunkt für alle, die um einen Menschen trauern wollen". Das Erinnern dürfte nicht zu einer Privatveranstaltung im Wohnzimmer werden.
Man argumentiere damit, dass nicht jeder Freund oder Bekannte einfach vor der Haustür einer Familie erscheinen könnte, um einer Person die letzte Ehre zu erweisen. Der ÖVP gehe es darum, dass "Pietät, gemeinsames Gedenken und Rücksicht auf alle Angehörigen" gewahrt bleiben. Somit dürfte der NEOS-Vorstoß im Landtag wenig Aussicht auf Erfolg haben.