Die Debatte um die Streunerkatzen-Kastration in Niederösterreich kocht weiter. Schon am 8. Jänner 2026 hat Gabriele D. die Petition "Verpflichtende Teilnahme aller niederösterreichischen Gemeinden am Katzenkastrationsprojekt" gestartet, erzählt sie im März gegenüber "Heute" – wir berichteten.
Die Petition hat mittlerweile 7.044 Unterschriften aus Niederösterreich (Stand 21. Mai 2026) und damit das gesetzte Ziel von 6.800 NÖ-Unterschriften erreicht.
"Dass sich das Land bei mehr als 7.000 Bürgerstimmen einfach abputzt, ist ein politisches Armutszeugnis", so D.
Und weiter: "Die nackten Zahlen der Behörden geben uns recht: Laut offizieller Auskunft der Abteilung Naturschutz beteiligen sich erschreckende 52 % aller niederösterreichischen Gemeinden unter dem Vorwand mangelnder Budgets überhaupt nicht an der freiwilligen Kastrationsaktion." Das sei ihr zufolge eine "gefährliche Scheindebatte auf dem Rücken der Tiere".
D. erklärt: "Das Leid der herrenlosen Streunerkatzen wächst dramatisch. Tierheime, Tierschutzvereine und private Helfer stehen vor dem finanziellen und logistischen Kollaps." Unterstützt werde das Projekt laut D. von der Landesstelle Niederösterreich der Tierärztekammer.
"Heute" fragt beim Büro der Landesrätin für Tierschutz, Susanne Rosenkranz (FP), nach. Dort heißt es: "Die Petition ist uns bekannt und wir begrüßen grundsätzlich private Initiativen, die sich für das Tierwohl einsetzen. Sie ergänzen die öffentlichen Maßnahmen sinnvoll, schaffen Bewusstsein in der Bevölkerung und tragen dazu bei, Verantwortung für Tiere als Mitgeschöpfe unserer Gesellschaft zu stärken."
Bereits vergangene Woche wurde in den Bezirksblättern eine Kampagne geschalten. Den Gemeinden, die sich an der Kastrationsinitiative beteiligt hatten, wurde damit gedankt. Weiter heißt es: "Der Mensch hat eine besondere Verantwortung gegenüber Tieren, ohne dass es staatliche Bevormundung oder Überregulierung braucht. Wir setzen auf Verantwortung statt Zwang."
Man appelliere an den Hausverstand und die Vernunft, Freigängerkatzen und freilebende Katzen zu sterilisieren. "Streuner gehören niemandem, somit kann niemand rechtlich gezwungen werden. Das heißt, Vereine, Bürger und Gemeinden müssen miteinander kooperieren. Da wir im ständigen Austausch mit den Bürgermeistern sind, wiederholen wir unseren Aufruf, uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen."