Teilnahme noch freiwillig

Streunerkatzen: Frau will Gemeinden in Pflicht nehmen

Streunerkatzen nehmen rasch zu. Das Land NÖ macht eine freiwillige Förderung für Kastrationskosten von Streunern, eine Petition kämpft für mehr.
Olivia  Brandstetter
04.03.2026, 07:00
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Debatte um die Kastration von Streunerkatzen in Niederösterreich kocht. "Gestartet habe ich sie am 8. Jänner 2026", so Initiatorin Gabriele Drechsler (65) im "Heute"-Gespräch zu ihrer Petition. Sie setzt sich dafür ein, dass Gemeinden zur Teilnahme am Katzenkastrationsprojekt "Kastriere 1, rette 100" des Landes NÖ verpflichtet werden – mit ihrer Petition.

"Kastriere 1, rette 100"

Mit der Informationskampagne des Landes NÖ "Kastriere 1, rette 100" wird auf die Kastration von Streunerkatzen aufmerksam gemacht – die rasche Ausbreitung der Streuner soll eingedämmt werden.

Das Land NÖ hat dafür eine Förderung der Kastrationskosten eingeführt – diese laufe aber auf freiwilliger Basis. Das Land NÖ würde dabei 2-Drittel der Kastrationskosten übernehmen. Laut Drechsler würde die Stiftung Común die Hälfte von den Kosten für die Gemeinde auch noch übernehmen.

Petition kämpft für Verpflichtung

Drechsler sei vor über zwei Jahren in die Gemeinde Rosenburg-Mold (Bezirk Horn, NÖ) gezogen. Mr. Daisy sei der erste Streuner gewesen, um den sie sich gekümmert habe – er sei dann bei ihr eingezogen. Danach habe sie mehrere Streuner tierärztlich versorgt, kastrieren lassen und gefüttert.

Die Gemeinde Rosenburg-Mold habe sie nach Unterstützung bei den Kastrationskosten gefragt. Das erste Mal wurde es 2023 abgelehnt. "Dann habe ich 2025 wieder nachgefragt", erklärt Drechsler im "Heute"-Gespräch. Das Ergebnis: "Wurde wieder abgelehnt."

Petition nimmt Fahrt auf

Sie habe sich dann bei Tierschutzvereinen und auf Facebook schlau gemacht. Viele Gemeinden würden laut Drechsler nicht an dem Kastrationsprojekt vom Land NÖ teilnehmen. "Dann muss ich etwas tun", so Drechsler über diese damalige Erkenntnis. So ist die Petition entstanden.

"Sie läuft gut", so die Initiatorin über die laufende Petition. Aktuell sind es 4.782 Unterschriften. Aus Niederösterreich alleine sind es aktuell 3.389 Unterschriften. Das Ziel seien 6.800 "für Quorum in Niederösterreich".

Hoffnung lebt noch

"Mir geht es nicht darum, dass meine Geschichte erzählt wird, sondern warum ich die Petition gestartet habe", so die Petition-Initiatorin.

Drechsler erhofft sich von der Petition ein Gesetz, das Gemeinden für die Teilnahme an dem Kastrationsprojekt verpflichtet.

Besprechung in Gemeinderatssitzung

Wolfgang Schmöger (ÖVP), Bürgermeister von Rosenburg-Mold, erklärt auf "Heute"-Nachfrage: "Das Projekt 'kastriere 1, rette 100' des Landes Niederösterreich ist eine sinnvolle und verantwortungsbewusste Maßnahme im Bereich Tierwohl. Die gezielte Kastration freilebender Katzen hilft, langfristige Probleme wirksam zu vermeiden."

Die Förderung wurde bislang nicht in Anspruch genommen, "bis 2024 war kein Bedarf", erklärt Schmöger auf "Heute"-Nachfrage. In der nächsten Gemeinderatssitzung werde aber die Förderung und auch der Umgang mit der Ausbreitung von Streunerkatzen in der Gemeinde besprochen. Bei zweiterem "hoffe ich auf eine positive Abstimmung", so Schmöger. "Wir werden in Zukunft, sobald es einen positiven Beschluss gibt, an der Katzenkastration Aktion teilnehmen", so Schmöger weiter.

Drechsler sei froh, dass es im Gemeinderat besprochen wird. Ihr selbst bringt es nichts mehr, sie habe Katzen schon auf eigene Kosten kastriert.

"Verantwortung statt Zwang"

"Die Petition ist uns bekannt und wir begrüßen grundsätzlich private Initiativen, die sich für das Tierwohl einsetzen. Sie ergänzen die öffentlichen Maßnahmen sinnvoll, schaffen Bewusstsein in der Bevölkerung und tragen dazu bei, Verantwortung für Tiere als Mitgeschöpfe unserer Gesellschaft zu stärken", so ein Sprecher vom Land NÖ auf "Heute"-Anfrage.

Eine Kastrationspflicht bestehe bereits im Gesetz. Das Kastrationsprojekt beziehungsweise -thema sei im kompletten Jahr 2025 ein "Schwerpunktthema" gewesen. "Wir setzen auf Aufklärung und Information in den Gemeinden und der Bevölkerung", heißt es.

"Der Mensch hat eine besondere Verantwortung gegenüber Tieren, ohne dass es staatliche Bevormundung oder Überregulierung braucht. Wir setzen auf Verantwortung statt Zwang", so der Sprecher.

Auch ein Appell wird ausgeteilt: "Streuner gehören niemandem, somit kann niemand rechtlich gezwungen werden, d.h. Vereine, Bürger und Gemeinden müssen miteinander kooperieren. Da wir im ständigen Austausch mit den Bürgermeistern sind, wiederholen wir unseren Aufruf, uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen."

{title && {title} } bro, {title && {title} } 04.03.2026, 07:00
Jetzt E-Paper lesen