Helga Krismer, Landessprecherin und Klubobfrau der Grünen in Niederösterreich, nahm am Montag, 9. März, im großen Interview in der "Heute"-Redaktion in Wien zu brennenden Themen Stellung: Die steigenden Treibstoffpreise sorgen bei der Politikerin für Unmut, besonders in Niederösterreich, wo viele Menschen auf das Auto angewiesen sind. Den Gesundheitsplan der Landesregierung kritisiert sie scharf.
Und Krismer kündigt an: 2028 möchte sie bei der Landtagswahl in NÖ wieder antreten. Die nö. Grünen-Chefin über ...
"Ich habe mit Cem Özdemir mitgezittert. Das ist ein toller Tag für die Grünen in ganz Europa", strahlt Helga Krismer.
Die Grünen-Chefin reagierte schockiert auf die Angriffe auf den Iran und stellt deren rechtliche Grundlage infrage. Besonders kritisch sieht sie, dass Entscheidungen ohne klare internationale Legitimation getroffen wurden: "Was fällt Trump ein, das zu tun ohne Beschluss?"
Besonders Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind, würden unter den steigenden Energiepreisen leiden. Krismer: "Mich ärgert das maßlos. Seit 20 oder 30 Jahren weisen wir Grünen darauf hin, dass wir von Öl und Gas weg müssen. Wir haben gerade eine Gaskrise hinter uns und jetzt schlittern wir in eine Ölkrise hinein."
"Unabhängig von Scheichs und Putins geht nur durch Energie ,made in Austria‘. Mein Appell: Sofort nachprüfen, ob die hohen Preise sein dürfen", betont Krismer. Sie verlangt, dass die Regierung stärker überprüft, ob die Preisentwicklung an Tankstellen gerechtfertigt ist – und kritisiert, dass Preissenkungen oft nicht weitergegeben werden: "Wenn der Ölpreis runtergeht, spürt man das an der Zapfsäule nicht." Und: "Es geht nicht, dass Konzerne Riesengewinne auf Kosten der Pendler machen." (Anm.: das Interview wurde am Montag, 9. März 2026, um 10 Uhr geführt, Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sprach sich am späten Nachmittag für eine vorübergehende Senkung der Treibstoffsteuern aus).
"Darum geht es nicht. In der Automobil-Industrie hat es seit Jahrzehnten die falschen Signale gegeben. Auch die Deutschen können Elektroautos bauen. Der europäische Markt muss in die Gänge kommen, damit wir die Arbeitsplätze halten können. Alle wissen: Es wird das E-Auto werden, da geht es nicht um eine Religion. Ich erwarte mir, dass endlich leistbare, kleinere Mittelklasse-Autos aus Europa auf den Markt drängen."
Krismer ist überzeugt, dass Elektroautos langfristig die dominierende Technologie werden. Der Wandel sei keine ideologische Frage, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Zu den E-Autos sagt sie zudem: "Viele Menschen haben das Gefühl, das können sich nur Besserverdiener leisten."
Ihr Ziel ist eine stärkere Energieproduktion im Inland. Mehr Windkraft und Photovoltaik könnten Österreich unabhängiger von internationalen Krisen machen: "Jedes Windrad, das man in den Strommarkt quasi hineinschiebt, wird am Ende einen sichereren und günstigeren Strompreis bringen. Hier ist die Bundesregierung gefordert und auch in Niederösterreich passiert noch viel zu wenig: Ich möchte noch mehr Windräder haben."
"Die Landesregierung setzt auf die falschen Themen. Energiesicherheit und der öffentliche Verkehr kommen dabei viel zu kurz." Beim Thema Migration ist für die grüne Politikerin klar: "Menschen, die zu uns kommen, müssen rasch Deutsch lernen."
"Wenn die Strecke gesperrt ist, dann steht ganz Niederösterreich. Von der Landesregierung höre ich nichts dazu – etwa, dass für Ersatzbusse ausgeschrieben wird. Da ist Verkehrslandesrat Udo Landbauer gefordert. Im Nachhinein dann nur zu sagen, die ÖBB seien schuld, würde ein Nicht genügend verdienen."
"Ich werde kandidieren. Ich gehe davon aus, dass mir die grüne Basis ausreichend Zustimmung gibt, dass ich das wieder machen darf."
"Der Prozess wurde einfach schlecht gemacht. Man hätte aufzeigen müssen: Was braucht ein Gesundheitssystem von morgen wirklich, wie baut man das um? Schwarz-blau nimmt stattdessen die notärztliche Versorgung raus, macht alle narrisch und hat das neue System noch nicht am Tisch. Das ist eine schlechte Politik."