Ungewöhnlich schnell bricht derzeit "La Niña" ein. Fans der Wetter-Berichterstattung wissen bereits: "El Niño" bezeichnet die natürliche Erwärmung im Pazifik, die das Wetter weltweit verändert; das kühle Gegenstück ist "La Niña". Sie bestimmte das globale Wetter der vergangenen Jahre, macht nun aber einen plötzlichen Abgang.
Wie die Experten von Severe Weather Europe (SWE) berichten, zeigt sich gerade eine starke Oberflächenerwärmung tropischer Gewässer im Pazifik. Das deutet auf hin, dass sich ein starkes Ereignis ankündigt, das bis Ende 2026 wahrscheinlich den Status eines "Super El Niño" erreichen wird.
Dieses bevorstehende Ereignis wird durch starke Westwindböen und eine massive ozeanische Kelvinwelle angetrieben, die derzeit im östlichen Pazifik auftritt. Eine derart intensive Erwärmung des tropischen Pazifiks kann den globalen Jetstream grundlegend verändern und einen Dominoeffekt auslösen, der sich über Nordamerika, Europa und den Rest der Welt ausbreitet.
Die Wetter-Wechselspiele können drastische Erscheinungsformen annehmen: "Wenn der Übergang von La Niña zu El Niño kommt, ist es, als ob der Deckel hochfliegt", erklärte an anderer Stelle der Meteorologe Tom Di Liberto. Dann entweicht die angestaute Hitze – und die Temperaturen schnellen nach oben.
Die Daten aus dem Pazifik sind mittlerweile auch in den langfristigen Wetter-Modellen eingespeist. Der Durchschnittswert der Prognose am oberen Ende zeigt eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Super-El-Niño, für den der saisonale Durchschnitt bei mindestens +2 Grad liegen muss.
Ein Super-El-Niño unterscheidet sich dadurch, dass die Erwärmung im Pazifik intensiver ausfällt, was zu noch stärkeren Auswirkungen auf das globale Wetter führt, so die Experten von Severe Weather Europe (SWE). Dies kann zu viel extremeren Wetterveränderungen führen, wodurch typische saisonale Veränderungen zu Ereignissen mit erheblichen Auswirkungen wie massiven Überschwemmungen, schweren Dürren und deutlich veränderten Sturmverläufen werden, die den gesamten Planeten betreffen können.
Während des Sommers wird aktuell die größte Zunahme prognostiziert, der Höhepunkt des Wetterphänomens würde dann im Winter 2026/27 liegen. "Es ist jedoch bereits jetzt offensichtlich, dass uns 2026 eine starke globale Wetterveränderung bevorsteht", heißt es im aktuellen wissenschaftlichen Artikel dazu.
Für den Sommer 2026 zeigt sich aus vergangenen Ereignissen, dass solch ein schneller Wechsel im Sommer noch für normale oder sogar leicht niedrigere Temperaturen sorgt. Über Österreich gab es in solch einem Fall aber leicht überdurchschnittliche Temperaturen. Diese Prognosen sind aber noch mit vielen Unsicherheiten behaftet.