23.000 Euro Nachzahlung für Energie – diese Abrechnung für das Jahr 2024 war für Wirt Dino (47) ein echter Weckruf. Im Gespräch mit "Heute" schildert er, wie ihn die Kostenentwicklung zum Umdenken gezwungen hat. Dabei läuft sein Lokal "La Locanda da Dino" in Dietach bei Steyr hervorragend, die Tische sind voll, oft ist eine Woche im Voraus alles reserviert. Wirtschaftlich also eigentlich stabil – bis diese eine Rechnung kam, die alles verändert hat.
"Ich habe jeden Monat 2.000 Euro eingezahlt – und dann kommt eine Nachzahlung von 23.000 Euro", sagt Dino. Für ihn war schnell klar: Der Betrieb läuft gut, aber so kann er auf Dauer nicht effizient wirtschaften.
Statt lange zuzuwarten, hat der Gastronom sofort reagiert. Mit Jänner 2025 stellte er seinen Betrieb um – bewusst, geplant und mit klarem Ziel. Er wollte die Kosten in den Griff bekommen, ohne bei Qualität oder Erlebnis für die Gäste Abstriche zu machen. "Ich habe gewusst: Wenn sich das alles lohnen und stabil laufen soll, muss ich etwas ändern", sagt er. Der Fokus lag dabei auf einem der größten Kostentreiber im Lokal: dem Pizzaofen.
Die wichtigste Maßnahme betraf genau dieses Herzstück. Der Ofen läuft seither nicht mehr bis tief in die Nacht. "Früher ist der Ofen bis 12 gelaufen, jetzt maximal bis halb 10", erzählt Dino. Das hat den gesamten Rhythmus im Lokal verändert. Der Abend endet früher, lange Sitzrunden sind seltener geworden. "Um 10 ist keiner mehr da", sagt er. Genau diese Stunden haben früher aber noch zusätzlichen Umsatz gebracht.
Ganz gelöst ist die Situation trotzdem nicht. Auch nach der Umstellung bleibt die Energie ein Faktor. "Jetzt habe ich rund 1.800 Euro Nachzahlung", sagt Dino. Dazu kommen steigende Einkaufspreise. "Ich habe etwa 12 Prozent mehr Ausgaben, vor allem für Pizza-Zutaten", erklärt er. Auch die Personalkosten sind weiter gestiegen – ein Mix, der viele Betriebe beschäftigt.
Auch die frühere Sperrstunde sorgt nicht nur für Verständnis. "Manche waren sauer", erzählt er. Seine Antwort bleibt aber klar: "Bitte sei mir ned bös, es zahlt sich nicht aus."
Gerade elektrische Pizza-Öfen gelten als echte Stromfresser. Je nach Modell ziehen Gastro-Geräte oft zwischen 6 und 12 Kilowatt pro Stunde – läuft der Ofen mehrere Stunden am Abend, kommen schnell hohe Kosten zusammen.
Bei den aktuellen Strompreisen in Österreich kann ein einziger Abendbetrieb locker einen zweistelligen Eurobetrag verschlingen – auf den Monat gerechnet geht es rasch in die Tausende.
Während viele Gastronomen ihre Preise mehrfach erhöht haben, ist Dino bewusst einen anderen Weg gegangen. "Seit 2024 habe ich meine Preise nicht erhöht", sagt er. Stattdessen setzt er weiter auf Qualität: Pizza im Napoli-Stil, hausgemachte Pasta und klassische italienische Küche. Das Konzept geht auf - das Lokal ist weiterhin oft eine Woche im Voraus ausgebucht. "Ich will die Leute mit Qualität locken. Qualität lohnt sich."
Dass das funktioniert, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn genau an diesem Standort hat ein Betrieb die Krise bereits nicht überlebt. Für Dino war das ein zusätzlicher Ansporn, frühzeitig zu reagieren und seinen Kurs konsequent durchzuziehen. Aufgeben war für ihn nie eine Option. "Der Beruf ist meine Leidenschaft. Die italienische Küche ist mein Hobby", sagt er.
Sein Beispiel zeigt: Auch gut laufende Lokale müssen sich anpassen – nicht aus akuter Not, sondern damit es langfristig so bleibt.