Rund 700 Lernplätze bietet die Hauptbibliothek der TU Wien am Karlsplatz. Doch seit einer Änderung der Öffnungszeiten stehen diese den Studierenden abends und sonntags nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung.
Für die Studierendenvertretung ist das ein Problem – vor allem für jene, die neben dem Studium arbeiten oder Betreuungspflichten haben.
Am Samstag startete deshalb eine Standkundgebung vor der TU-Bibliothek. Seit 9 Uhr wurden Tische und Verpflegung bereitgestellt. Die Aktion dauerte bis in die späten Abendstunden hinein. Zahlreiche Studierende aus unterschiedlichen Studienrichtungen beteiligten sich. Sie wollen damit ein Zeichen gegen die Kürzung der Öffnungszeiten setzen.
In einer Rede zur Eröffnung richtete sich die Studienvertretung Technische Physik direkt an das Rektorat.
"Wie kann es sein, dass Sie sich von uns einen Studienabschluss in Regelzeit erhoffen und uns gleichzeitig beim Lernen sabotieren?", heißt es darin.
Die Studenten kritisieren, dass Einsparungen aus ihrer Sicht zu häufig zulasten der Studierenden gehen. Gerade jene, die neben dem Studium arbeiten, in kleinen Studentenwohnungen leben oder Betreuungspflichten haben, seien auf Lernmöglichkeiten am Abend und an Sonntagen angewiesen.
Die Studierendenvertretung sieht die verkürzten Öffnungszeiten als Teil einer größeren Entwicklung. Die TU Wien beginne bereits mit Sparmaßnahmen, obwohl die Budgetkürzungen mit dem Bildungsministerium laut den Studierenden noch nicht endgültig ausverhandelt seien.
"An jeder Ecke wird gespart und gekürzt", heißt es in der Rede. Man verstehe zwar, dass Einsparungen notwendig sein könnten, wolle aber nicht akzeptieren, dass die Folgen vor allem die Studierenden treffen.
Mit der Aktion wollen die Studenten zeigen, wie wichtig zusätzliche Lernplätze für ihren Studienalltag sind. "Wenn wir diesen von Ihnen nicht bekommen, dann nehmen wir uns diesen", lautet die Ansage der Studierendenvertretung.