Stress für Eltern

Studie enthüllt: Hier haben Kindergärten am längsten zu

Des einen Freud', des andern Leid: Die Kinder freuen sich auf die Sommerferien, die Eltern sind schon gestresst. Denn häufig mangelt es an Betreuung.
Oberösterreich Heute
11.07.2026, 14:22
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Um Eltern in Ferienzeiten zu entlasten, gibt es klare Vorgaben bei den Öffnungszeiten für Krabbelstuben, Kindergarten und Co.: Die OÖ-Gesetzgebung schreibt vor, dass mindestens 47 Wochen pro Arbeitsjahr geöffnet sein muss.

Laut Land hätten Einrichtungen sogar durchschnittlich nur 19,9 Tage pro Jahr geschlossen. In der Praxis zeigt sich ein anderes Bild. Gerade Eltern von Kindern bis zum Volksschulalter berichten in der AK-Beratung von großen Schwierigkeiten, passende und verlässliche Angebote zu finden. Vor allem gibt es ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Laut Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer haben Krabbelstuben im Schnitt für 22,9 Tage zu. Besonders betroffen sind ländliche Bezirke: Rohrbach (31,2 Schließtage), Ried (28,5) und Braunau (26,2) liegen deutlich über dem gesetzlich erlaubten Wert. Die geringsten Schließzeiten gibt es in Linz-Land (16,4 Tage), Wels (18,3 Tage) und Steyr-Land (18,8 Tage).

Bei den Kindergärten zeigt sich ein ähnliches Bild: Zwar liegt der Durchschnitt mit 18,9 Schließtagen niedriger als bei Krabbelstuben, dennoch bestehen erhebliche regionale Unterschiede. Während Kindergärten im Bezirk Linz-Land nur 13 Tage pro Jahr geschlossen haben, sind es im Bezirk Rohrbach im Schnitt 27,9 Tage.

Gesetzliche Pflicht nicht erfüllt

Die aktuelle AK-Auswertung macht deutlich: In vielen OÖ-Gemeinden wird demnach die gesetzliche Öffnungspflicht nicht erfüllt. Zusätzlich zeigen sich gravierende Schwächen im Gesetzesvollzug.

Die angespannte finanzielle Lage vieler Gemeinden und der zunehmende Personalmangel tragen dazu bei: Laut Kammer werden Ausnahmeregelungen verstärkt in Anspruch genommen, um die Vorgaben erfüllen zu können.

Bemerkenswertes Detail: Sogenannte geschlossene Betriebstage werden nicht zur Gesamtzahl der Schließzeiten gezählt. Dabei handelt es sich oft um einzelne geschlossene Tage pro Woche, die nicht zusammengerechnet werden. So entsteht am Papier der Eindruck, dass die 47-Wochen-Vorgabe eingehalten wird.

Keine Betreuung für Volksschüler

Sind die Kleinen erst einmal aus dem Kindergarten raus, verschärft sich die Situation für viele Familien weiter. Gerade im Schulalter fehlen vielerorts passende Angebote: In zahlreichen Gemeinden gibt es während der Sommerferien gar keine Betreuung für Volksschulkinder.

Die Folge ist, dass Eltern – meistens die Frauen – ihre Arbeitszeit reduzieren oder gar nicht erst wieder voll in den Job zurückkehren. "Nur mit einem flächendeckenden Angebot ab dem Krabbelstuben-Alter ist echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich", betont AK-Präsident Andreas Stangl.

Die Arbeiterkammer fordert daher: einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr sowie eine kostenlose, ganzjährige und ganztägige Kinderbetreuung. Das Land müsse den Gemeinden ausreichend Mittel zur Verfügung stellen, damit der Ausbau der Kinderbetreuung rasch, bedarfsgerecht und nachhaltig vorangetrieben werden kann.

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.07.2026, 14:22
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen