Sturm Graz feiert den ersten "Dreier" der Europa-League-Saison. Das Team von Fabio Ingolitsch belohnt sich für einen taktisch und spielerisch starken Auftritt und schlägt die Favoriten aus Marseille in einem engen Spiel mit 1:0. Das Siegtor im Stadion Graz-Liebenau erzielt Sturms Mann der Stunde: Oumar Diakite (13.). Seit seinem Wechsel im Sommer erzielte der Stürmer in sieben Spielen sieben (!) Tore. Zuletzt schnürte er im Grazer Derby gegen den GAK einen Hattrick.
Nach dem 0:0-Unentschieden zum Auftakt gegen Rennes setzte es am zweiten Spieltag gegen den englischen Topklub AFC Bournemouth eine deutliche Niederlage. Jetzt durfte das Team von Fabio Ingolitsch in der Europa-League-Saison über den ersten vollen Erfolg jubeln und hält dadurch nun nach drei Spielen und vier Punkten in der Ligaphase am 16. Tabellenplatz.
Für die Gäste aus Marseille geht die Talfahrt dagegen immer weiter. Die Franzosen legten einen absoluten Horror-Saisonstart hin. In der Europa League ist der Traditionsverein noch ohne Punkt und liegt auf Platz 34 der Liga. Nur NK Celje (ein Spiel weniger) und Ararat Armenia sind aufgrund der Tordifferenz noch schlechter.
Einziger Wermutstropfen: Das Lazarett der Steirer wird immer größer. Während des Aufwärmens verletzte sich Dauerbrenner und Neuzugang Jürgen Heil – laboriert wohl an muskulären Problemen. Damit muss Ingolitsch mittlerweile auf insgesamt acht (!) potenzielle Stammspieler verzichten.
Sturm Graz erwischte gegen Marseille den besseren Start und belohnte sich durch Oumar Diakite (13.) – Sturms Mann der Stunde – mit dem ersten Schuss aufs Tor prompt. Luca Weinhandl eroberte den Ball stark und steckte auf seinen Stürmer durch, der mit dem ersten Ballkontakt souverän verwertete.
Im Laufe der ersten Halbzeit entwickelte sich ein wilder Schlagabtausch. Auf Seiten von Sturm hätte zunächst Jacob-Peter Hödl (31.) nach einem Stanglpass auf 2:0 stellen müssen. Dann tauchte Simon Seidl (38.) frei vor Marseilles Tormann Jeffrey De Lange auf – sein Lupfer außerhalb des Sechzehners ging aber nur an die Latte. Wenig später hätte Keyliane Abdallah (40.) für die Gäste auf 1:1 stellen können, traf aber nach einem Hammer-Sprint nur die Stange.
Nach dem Seitenwechsel wurde Marseille stärker und übernahm immer mehr die Spielkontrolle. Chancen sprangen dabei aber nicht heraus. Dafür hätte Sturm seine Führung ausbauen können (müssen). Weinhandl (50.) zog vom Sechzehner ab, Belmin Beganovic schloss nach einem feinen Steckpass stark ab – doch De Lange entschärfte überragend.
So richtig gefährlich wurde es im Strafraum von Sturm Graz in den Schlussminuten der Partie nicht mehr. Die Steirer verteidigten resolut und schafften durch gute Umschaltsituationen immer wieder für die nötige Entlastung.