Happy Birthday, Elfriede Jelinek! Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin wird am 20. Oktober 80 Jahre alt. Seit Jahrzehnten nimmt sie mit scharfer Zunge und schonungslosen Texten die Gesellschaft auseinander. Ob Macht, Gewalt, Sex oder Österreichs dunkle Vergangenheit – bei Jelinek gibt es keine Tabus.
Mit "Die Klavierspielerin" (1983) schuf Jelinek einen ihrer bekanntesten Romane. Die verstörende Geschichte einer Frau zwischen mütterlicher Kontrolle, sexueller Unterdrückung und Gewalt wurde zum Welterfolg.
Auch "Die Ausgesperrten" (1980) hat es in sich: Jugendliche verüben brutale Überfälle. Dahinter steckt eine gnadenlose Abrechnung mit Österreichs NS-Vergangenheit.
Für Aufsehen sorgte 1998 die Uraufführung von "Ein Sportstück" am Wiener Burgtheater. Nackte Darsteller, wilde Choreografien und eine Marathon-Inszenierung machten den Abend zum Theaterereignis.
Noch düsterer wird es in "Die Kinder der Toten" (1995). Auf 666 Seiten lässt Jelinek die Opfer der österreichischen Vergangenheit als Untote zurückkehren. Grusel mit politischer Botschaft!
Mit "rein Gold" nahm sich die Autorin Richard Wagner, Macht und Kapitalismus vor. Ihr Roman "Die Liebhaberinnen" aus dem Jahr 1975 wiederum wurde jetzt für eine neue Generation verfilmt. Die moderne Adaption mit Johanna Wokalek und Hannah Schiller feierte bei der Berlinale 2026 Premiere und startet am 22. Oktober im Kino.
Eines steht fest: Auch mit 80 ist Elfriede Jelineks Literatur alles andere als gemütliche Bettlektüre. Und genau das macht sie seit Jahrzehnten so außergewöhnlich.