In wenigen Tagen jährt sich der russische Angriff auf die Ukraine zum vierten Mal – und die Not ist größer denn je. 10,8 Millionen Menschen sind aktuell auf tägliche humanitäre Hilfe angewiesen. Fast ein Drittel der Bevölkerung kämpft ums Überleben.
Am Wiener Stephansplatz setzte die Caritas Österreich nun gemeinsam mit der ukrainischen Gemeinde ein sichtbares Zeichen: Tausende Kerzen erhellten den Platz – als Symbol der Hoffnung, aber auch als Mahnung.
Der vierte Kriegswinter gilt als der härteste. Temperaturen bis zu minus 20 Grad treffen auf zerstörte Energie-Infrastruktur. Strom und Heizungen fallen immer wieder aus. Zehntausende Menschen frieren in ihren Wohnungen.
Caritas Österreich-Vizepräsident Alexander Bodmann und Caritasdirektor Klaus Schwertner schlagen Alarm: "Die Situation in der Ukraine hat sich in den letzten Wochen dramatisch zugespitzt. Nach massiven Angriffen auf die Energieinfrastruktur müssen Strom und Heizungen immer wieder abgeschaltet werden oder fallen komplett aus. Vor allem Kinder und alte Menschen leiden besonders unter der konstanten Bedrohung und den eisigen Temperaturen."
Mit dabei beim bewegenden Kerzenmeer: der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, die ukrainische Pfarre St. Barbara, der Frauenchor Barbareum und Opernsängerin Zoryana Kushpler.
Schwertner erklärte vor Ort: "Wir bringen heute Tausende Kerzen zum Leuchten. Als Zeichen unserer Verbundenheit. Als Versprechen, dass wir mit unserer Hilfe nicht nachlassen werden. Jede Spende ermöglicht uns, Hilfe zu leisten. Je mehr Menschen unsere Hilfe mittragen, umso mehr Hilfe können wir möglich machen. Herzlichen Dank allen, die schon geholfen haben und weiterhin helfen. Bitte lassen wir unsere Nachbarinnen und Nachbarn weiterhin nicht im Stich."
Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 konnte das internationale Caritas-Netzwerk Großes leisten. "Gemeinsam konnten wir als internationales Caritas Netzwerk seit Beginn des Krieges im Februar 2022 mehr als 6 Millionen Menschen in der Ukraine mit unserer Hilfe erreichen – unter anderem mit Notunterkünften, Essensausgaben, Krisenzentren, Pflegediensten und Kinderschutzräumen. Und diese Hilfe muss weitergehen", betont Alexander Bodmann.
Auch aus der Ukraine kommt Dank. Tetiana Stawnychy, Präsidentin der Caritas Ukraine, erklärt:
"In der Ukraine haben mehr als vier Millionen Menschen aufgrund des Krieges ihr Zuhause verloren und benötigen langfristige Wohnraumlösungen. Wir unterstützen mit Notunterkünften für die Vertriebenen und arbeiten an langfristigen Lösungen für einen sozialen Wohnungsbauplan, der den Menschen hilft, ihr Leben wieder aufzubauen. Herzlichen Dank an alle, die uns dabei unterstützen."
Über 5 Millionen Kinder sind vom Krieg betroffen. Nur rund 30 Prozent können regelmäßig zur Schule gehen. Viele Schulgebäude sind zerstört oder schwer beschädigt. Luftalarme, Vertreibung und Angst bestimmen den Alltag.
Spenden für Kinder in Not
Jede Spende hilft konkret:
17 Euro unterstützen Kinder mit einem Aufenthalt im Kinderschutzzentrum
35 Euro schenken ein Nothilfepaket für eine Familie
55 Euro schenken einer Familie Brennholz für eine Woche
Die Caritas setzt auf sogenannte "Child Friendly Spaces". Hier bekommen Kinder psychologische Betreuung, Lernhilfe – und dürfen einfach wieder spielen, basteln oder singen. Seit 2022 wurden über 100.000 Kinder in mehr als 30 Projekten erreicht.
Zum Jahrestag des Angriffskrieges reist Caritasdirektor Klaus Schwertner erneut in die Ukraine. Er will Hilfsprojekte besuchen, Solidarität zeigen und den Kolleginnen und Kollegen vor Ort beistehen.