Für zahlreiche Österreicher könnte es in den kommenden Tagen teuer werden. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) startet Mitte Oktober mit dem Versand von rund 87.000 Rechnungen. Betroffen sind Versicherte, die im zweiten Quartal 2026 bestimmte Krankentransporte in Anspruch genommen haben. Wer ein Schreiben erhält, muss eine wichtige Zahlungsfrist beachten.
Hintergrund ist eine Regelung, die seit 1. Juli 2025 gilt. Seither müssen ÖGK-Versicherte für planbare Krankentransporte unter bestimmten Voraussetzungen selbst einen Kostenbeitrag leisten. Die Abrechnung erfolgt quartalsweise, nun sind die Monate April, Mai und Juni an der Reihe.
Die Höhe des Selbstbehalts richtet sich danach, ob bei der Fahrt ein Sanitäter dabei war. Für einen Transport ohne Sanitäter werden 7,55 Euro verrechnet, mit Sanitäter sind es 15,10 Euro. Das entspricht der einfachen beziehungsweise doppelten Rezeptgebühr.
Der Kostenbeitrag fällt bei planbaren Krankentransporten ohne akuten medizinischen Anlass an, etwa bei regelmäßigen Fahrten zu einer Therapie. Pro Jahr werden höchstens 28 Fahrten verrechnet. Nicht alle Versicherten müssen allerdings bezahlen. Ausgenommen sind:
▶ Kinder
▶ Personen, die von der Rezeptgebühr befreit sind
▶ Medizinisch notwendige Fahrten, die von der Kostenpflicht ausgenommen sind
▶ Zeitkritische Krankentransporte
Wie die ÖGK gegenüber dem Portal "5 Minuten" erklärt, beginnt die Abrechnung für das zweite Quartal 2026 "ab Mitte bis Ende Oktober 2026". Die Schreiben werden dabei nicht alle gleichzeitig zugestellt.
"Die ersten Online-Rechnungen werden Mitte Oktober bereitgestellt, in den beiden darauffolgenden Wochen erfolgt die postalische Versendung", heißt es seitens der Gesundheitskasse.
Insgesamt betrifft das eine beachtliche Zahl an Versicherten: "Es handelt sich dabei um rund 87.000 Schreiben, ca. fünf Prozent davon (Anmerkung: etwas mehr als 4.000) werden mittels e-Zustellung übermittelt."
Der Großteil der Betroffenen bekommt seine Rechnung somit auf dem Postweg.
Wer eine Rechnung von der ÖGK erhält, hat 30 Tage Zeit, den offenen Betrag zu begleichen. Wird innerhalb dieser Frist nicht bezahlt, verschickt die Gesundheitskasse zunächst eine Zahlungserinnerung.
Bei höheren Forderungen gibt es zudem die Möglichkeit, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der offene Betrag mehr als 151 Euro beträgt.
Die Einführung der Kostenbeiträge zeigt offenbar bereits Auswirkungen. Beim Vergleich der ersten sechs Monate 2025 mit dem gleichen Zeitraum 2026 verzeichnet die ÖGK "ein leichter Rückgang der Transporte".
Als Gründe nennt die Gesundheitskasse einerseits die seit Juli 2025 geltenden Selbstbehalte. Andererseits wurde mit 1. Mai 2026 die Definition der Gehunfähigkeit präzisiert, die für die Übernahme bestimmter Krankentransporte eine Rolle spielt.
Für rund 87.000 ÖGK-Versicherte beziehungsweise Abrechnungsfälle wird es nun ernst: Die Rechnungen für April bis Juni werden ab Mitte Oktober zugestellt. Ab Erhalt bleiben 30 Tage Zeit für die Bezahlung.