Es ist noch immer der große Aufreger: Seit 1. Oktober macht die Paketsteuer viele Online-Bestellungen teurer. Bei Amazon taucht dabei jetzt eine Besonderheit auf, die Tausende Kunden trifft.
Der Online-Händler verrechnet generell pro Bestellung zwei Euro Paketsteuer plus 20 Prozent Umsatzsteuer. Auf der Rechnung landen damit insgesamt 2,40 Euro zusätzlich.
Das passiert derzeit auch dann, wenn ausschließlich Bücher bestellt werden. Für diese gilt allerdings ein reduzierter Umsatzsteuersatz von zehn Prozent.
Amazon erklärte dazu auf Anfrage des ORF: "Die Umsatzsteuer auf die Paketsteuer wird im Amazon Bestellprozess derzeit einheitlich mit 20 Prozent abgebildet – unabhängig vom Umsatzsteuersatz der bestellten Produkte. Amazon führt den gesamten Betrag an die österreichischen Behörden ab."
Für betroffene Kunden bedeutet das allerdings nicht, dass sie auf der Differenz sitzen bleiben müssen. Es wird allerdings mühsam.
Wer Produkte mit reduziertem Umsatzsteuersatz bestellt hat, kann laut Amazon eine Rückerstattung der Differenz verlangen.
Der entscheidende Punkt: Das passiert nicht automatisch. Kunden müssen sich dafür selbst an den Amazon-Kundenservice wenden. Wer etwa Bücher bestellt, sollte seine Abrechnung deshalb genau kontrollieren.
Die Paketsteuer selbst wird dadurch nicht aufgehoben. Es geht lediglich um die zu viel verrechnete Umsatzsteuer auf die Abgabe.
Die Paketsteuer wird bei Amazon grundsätzlich einmal pro Bestellung verrechnet. Werden mehrere Artikel gemeinsam bestellt und später in mehreren Paketen verschickt, wird die Abgabe nicht für jedes einzelne Paket erneut fällig.
Auch bei Retouren gibt es eine wichtige Regel: Wird eine Bestellung storniert oder zurückgeschickt, erstattet Amazon auch die Paketsteuer. Muss wegen eines mangelhaften Artikels eine Ersatzlieferung verschickt werden, wird die Abgabe ebenfalls nicht noch einmal verrechnet.
Die neue Abgabe betrifft große Händler mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Laut Handelsverband fallen insgesamt 16 Unternehmen darunter.
Dazu zählen unter anderem Amazon, Temu, Zalando, Otto, Shop-Apotheke, Ebay, Best Secret, AliExpress, Mediamarkt, Apple, Universal, Ikea, Shein, XXXLutz und Refurbed.
Wie die zusätzliche Belastung an die Kunden weitergegeben wird, unterscheidet sich je nach Händler. Bei Amazon wird sie beim Bezahlen als eigener Posten mit der Bezeichnung "Paketsteuer in Österreich" ausgewiesen.