Kontrollen schon ab Montag

Telefon, Musik – Aktion scharf gegen Öffi-Rüpel in Wien

Wiens Öffis gehen jetzt verstärkt gegen Rücksichtslose vor: Wer lautstark telefoniert oder Musik hört, kassiert ab Montag – vorerst – eine Ermahnung.
Newsdesk Heute
06.03.2026, 11:25
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Die Wiener Öffis gehen nun verstärkt gegen Rüpel vor: Wer über Lautsprecher telefoniert oder Musik ohne Kopfhörer hört, kassiert eine Ermahnung – vorerst.

Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) will mehr Disziplin in den Wiener Linien startet dazu eine neue Kampagne gegen Rücksichtslosigkeit in U-Bahn, Bim und Bus. Ab Montag sind dazu Plakate in Stationen, Durchsagen und Postings auf Social Media geplant. Zusätzlich wollen Mitarbeiter der Wiener Linien verstärkt auf Fahrgast-Fehlverhalten kontrollieren.

"Niemand interessiert deine Musik"

"Niemanden interessieren lautstarke Debatten über Beziehungsprobleme anderer Mitfahrender – genauso wenig wie Einkaufsliste, Abendmenü oder Wochenendplanung", sagt Sima. Auch Musikgeschmack sei sehr individuell. "Eine Beschallung des ganzen Waggons braucht daher wirklich niemand."

Die Aktion richtet sich aber nicht nur gegen Lautsprecher-Telefonate. Auch andere Ärgernisse sollen reduziert werden. Dazu zählt etwa, den Rucksack beim Einsteigen nicht abzunehmen oder in der U-Bahn zu essen.

Sensibilisierung statt Strafen

Das Essverbot gilt bereits seit 2019. Wer dagegen verstößt, kann mit 50 Euro bestraft werden. Auch "Lärmen" oder Handlungen, die die Privatsphäre anderer nachhaltig stören, können laut Beförderungsbedingungen mit 50 Euro geahndet werden. Telefonieren über Lautsprecher ist zwar nicht ausdrücklich genannt, fällt aber unter diese Regeln.

Zunächst soll es jedoch keine Strafen geben. Laut Wiener-Linien-Chefin Alexandra Reinagl setzt man im ersten Schritt auf Information und Sensibilisierung. Fahrgäste sollen auf ihr Verhalten aufmerksam gemacht werden – und künftig auch selbst öfter einschreiten.

Eine Umfrage der Wiener Linien mit 800 Teilnehmern zeigt, wie groß der Unmut ist: 86 Prozent fühlen sich von Telefonaten über Lautsprecher oder Videos ohne Kopfhörer gestört. 92 Prozent finden, dass dagegen etwas unternommen werden sollte.

Reinagl: "Wenn die Regeln nach mehreren Hinweisen nicht befolgt werde, greifen wir konsequent durch."

"Host kan Genierer?"

Der Slogan der Kampagne lautet: "Host kan Genierer?" Die Plakate zeigen überdimensionierte Alltagsgegenstände – etwa ein riesiges Handy, eine gigantische Leberkäsesemmel oder einen gewaltigen Rucksack. Damit soll gezeigt werden, wie störend scheinbar kleine Dinge für andere werden können.

In London ging man bereits einen Schritt weiter: Dort können Kontrolleur lärmende Fahrgäste im Extremfall sogar aus dem Waggon werfen. In Wien setzt man vorerst auf Einsicht statt Strafe.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.03.2026, 11:25
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