"Teures Eigentor" des ÖSV? In der Schweiz sorgt die Trainingsplanung des österreichischen Skiverbands für Spott. Vincent Kriechmayr und Co. müssen kurz nach ihrer Rückkehr aus Chile erneut nach Südamerika – und das wird vor allem beim Materialtransport richtig teuer.
Die ÖSV-Abfahrer hatten von Mitte August bis vorletzte Woche im chilenischen Portillo trainiert. Weil man davon ausging, die Vorbereitung anschließend auf dem Gletscher in Saas-Fee (Schweiz) fortsetzen zu können, wurde das gesamte Material wieder nach Europa gebracht. Die hohen Temperaturen der letzten Wochen machten diesen Plan allerdings zunichte. Auf dem Gletscher in Saas-Fee kann nicht trainiert werden.
Nun geht es in der kommenden Woche erneut nach Südamerika. Das Problem: Laut Head-Rennchef Rainer Salzgeber kostet ein Überseeflug für das Material derzeit mehr als 15 Euro pro Kilogramm, wie er dem "Blick" erzählte. Ein Abfahrer benötigt für ein Trainingscamp rund 250 Kilogramm – alleine daraus ergeben sich Transportkosten von mehr als 3.750 Euro pro Athlet und Strecke. Der ÖSV habe mittlerweile signalisiert, sich an den zusätzlichen Kosten zu beteiligen.
In der Schweiz wird der österreichische Plan deshalb etwas belächelt. "Blick" schreibt von fehlender Weitsicht beim ÖSV und stellt dem Vorgehen die Planung des Schweizer Skiverbands gegenüber. Unsere Nachbarn ließen ihr Material nach dem Chile-Camp zunächst in einer Halle in Chile eingelagert, um für eine mögliche Rückkehr gerüstet zu sein.
Dazu kommt außerdem: Der Schweizer Verband entschied sich inzwischen gegen einen zweiten Chile-Trip, weil die Wetterprognosen nicht gut genug seien. Österreich tritt die Reise hingegen an – und hofft, vor dem Speed-Weltcupauftakt Ende November noch wichtige Trainingskilometer sammeln zu können.