Schockierende Geschichte aus Saalfelden am Steinernen Meer (Salzburg). Veronika Schmuck wird aus dem Schlaf gerissen. Eine Nachbarin ist an der Tür, alarmiert die Familie: Eine ihrer Katzen liegt auf der Straße.
"Sie hat unkontrolliert gezuckt und den Kopf nicht mehr halten können", schildert Schmuck in den Salzburger Nachrichten (SN). Sie erzählt weiter: "Es sind ihr die Beine weggebrochen, sie hat uns mit riesengroßen Augen angeschaut." Zuerst dachte die Familie an einen Unfall.
Doch in der Tierarztpraxis kam der Schock: "Die Tierärztin hat sofort gesagt: Das ist eine Vergiftung", sagt die Frau in den SN. Während die elfjährige Blackie um ihr Leben kämpfte, klingelte es keine halbe Stunde später erneut. Auch Kater Charlie war auf der Straße gefunden worden, auch er schwer vergiftet.
Der Zustand der Tiere verschlechterte sich dramatisch. Eine der Katzen musste sogar in den künstlichen Tiefschlaf versetzt werden. Veronika Schmuck erstattete Anzeige bei der Polizei. "Uns war wichtig, dass der Fall aktenkundig gemacht wird", sagt sie den SN.
Ob jemand absichtlich einen Giftköder ausgelegt hat oder Rattengift im Garten verstreut wurde, ist derzeit unklar. Genau das ist für Haustiere besonders gefährlich.
Für Tierarzt Gernot Eibl ist das Problem bekannt. Immer wieder werden vergiftete Katzen in seine Praxis in Abersee gebracht. Es gebe zwei Arten von Rattengift. Sogenannte Antikoagulanzien blockieren die Blutgerinnung.
"Die Tiere verbluten innerlich", erklärt der Tierarzt in den SN. Das kann sich über Stunden oder sogar Tage hinziehen. Seit Anfang 2026 ist der Verkauf dieser Mittel an Privatpersonen verboten. Von professionellen Kammerjägern darf das Gift weiter verwendet werden.
"Dieses Mittel gibt es schon lange, es ist streng reglementiert", sagt der Salzburger Kammerjäger Gerald Götzendorfer. Außerdem gebe es ein Gegenmittel: Vitamin K.
Anders ist die Lage bei einem neuartigen Rattengift: dem Nervengift Alpha-Chloralose. Es ist weiterhin frei im Baumarkt erhältlich. "Dieses Gift ist wie eine Narkose. Letztendlich sterben die Tiere an einer Unterkühlung." Das Problem: Es gibt kein Gegenmittel.
Auch auf den Verpackungen werde kaum vor der Gefahr für Haustiere gewarnt. "Oft ist es so, dass Private einfach ein Sackerl Rattengift im Baumarkt kaufen und im Garten verstreuen", schildert Götzendorfer. "Das ist irrsinnig gefährlich."
Welches Gift Blackie und Charlie erwischt hat, ist unklar. Fest steht: Beide Mittel können Haustiere töten. Die Katzen von Familie Schmuck wurden rund 35 Stunden lang behandelt - und überlebten knapp.