Tierische Flut

Tierheime in NÖ wissen nicht, wohin mit Katzenbabys

Im Tierheim Dechanthof herrscht Hochbetrieb: Rund 200 Katzen, viele davon Kitten, benötigen intensive Pflege und ein neues Zuhause.
Heute Tierisch
03.08.2026, 14:24
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Im Tierheim Dechanthof in Mistelbach herrscht derzeit Hochbetrieb: Rund 200 Katzen sind dort untergebracht, etwa die Hälfte davon sind kleine Kätzchen. Für das 20-köpfige Team bedeutet das viel Arbeit, denn gerade in der Kittenzeit wird es richtig stressig. Einige der jungen Katzen sind erst wenige Wochen alt und brauchen besonders viel Zuwendung. Manche wurden direkt im Tierheim geboren, andere kamen ganz ohne Mutter dort an und müssen Tag und Nacht betreut werden. Im Frühling wurden allein in Mistelbach 15 trächtige Katzen aufgenommen.

„Wir sind voll ausgelastet. Gerade die Pflege der Babykatzen ist sehr zeitintensiv. Manche kommen noch im nicht vergabefähigen Alter zu uns, müssen aufgepäppelt werden. Das heißt, sie müssen alle zwei bis drei Stunden mit der Hand gefüttert werden“
Elisabeth BockObfrau des Tierheims Dechanthof

Zehn Waisen zur Pflege

Zehn mutterlose Kitten sind derzeit nachts bei Pflegepersonen untergebracht. Tierpflegerin Katharina Novotny erzählt: "Man stellt sich einen Wecker, steht auf, richtet das Flascherl her und muss dann schauen, wie viele Babys es sind. Wenn es ein größerer Wurf ist, könnte man am Ende fast schon wieder von vorn anfangen." Die nächtliche Betreuung ist laut ihr "ein Knochenjob".

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Kastrationspflicht offenbar völlig irrelevant

Ein großes Problem ist, dass die Kastrationspflicht in Österreich oft nicht eingehalten wird. Obwohl es diese Vorschrift gibt, vermehren sich vor allem Freigängerkatzen unkontrolliert. "Vor allem auf dem Land, wo sehr viele Katzen draußen leben oder ihre Zeit dort verbringen, ist es so, dass die Leute mit den unangenehmen Nebenerscheinungen bei nicht kastrierten Katern oder Katzen nicht so konfrontiert sind", erklärt Bock.

„Manche sagen, Kastration sei nicht notwendig und das würde ohnehin die Natur regeln, aber eigentlich vermehren sie sich dann explosionsartig.“

Auch andere Tierheime in Niederösterreich kämpfen aktuell mit einer Flut an Katzen. Im Tierheim Ternitz (Bezirk Neunkirchen) werden gerade etwa 80 Katzen betreut. Beim Tierschutzverein Amstetten haben sich die Pflegeplätze seit April fast vervierfacht. Das Tierheim Krems meldet ebenfalls viel mehr Anfragen zur Abgabe von Katzen als sonst. Die Einrichtungen sprechen von einer Entwicklung, die ganz Niederösterreich betrifft, und machen auch hier die nicht eingehaltene Kastrationspflicht dafür verantwortlich.

Im Tierheim St. Pölten ist die Lage besonders angespannt. "Es fehlt an allen Ecken und Enden", sagt Obmann Thomas Kainz. Besonders dringend gebraucht werden derzeit Geldspenden für Tierarztkosten, Spezialfutter und Aufzuchtmilch gebraucht.

Wenn du die wertvolle Arbeit des Tierheims Dechanthof unterstützen möchtest dann klicke gerne HIER, oder verwende folgende Kontodaten für eine absetzbare Spende. Danke!

IBAN: AT73 3250 1000 0191 0850
BIC: RLNWATWWMIB
Kontoinhaber: Tierheim Dechanthof

Katzenjunge können ab etwa neun Wochen vermittelt werden. Für die Kleinen finden sich meist schnell neue Besitzer. Ältere Katzen warten jedoch oft viel länger auf ein neues Zuhause. "Die Älteren bleiben doch ein wenig sitzen. Im Sommer sind es vor allem Katzen ab einem Jahr, die gerne untergehen", so Novotny.

"Nein" sagen ist keine Option für die Katze

Das Tierheim bittet trotz der hohen Auslastung: Bring eine Katze im Notfall lieber ins Tierheim, statt sie auszusetzen. "Das Problem ist, wenn wir nein sagen würden, dann wissen wir, dass diese Tiere eigentlich dem Tod geweiht sind", sagt Bock. "Wir sind den Tieren verpflichtet und da ist es für uns immer ein Notfall – darum sagen wir auch nicht nein. Sogar wenn eine Katze aus anderen Gründen abgegeben wird, ist es für uns auch ein Notfall. Denn wenn der Besitzer das Tier nicht mehr haben möchte, dann ist das auch für das Tier schlimm."

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.08.2026, 14:24