Ein kleines Kätzchen aus Wales sorgt derzeit weltweit für Staunen. Die winzige Samtpfote namens "Gemini" kam mit einer ungewöhnlichen Fehlbildung zur Welt: Sie besitzt zwei Nasen und zwei Mäuler. Trotz ihres außergewöhnlichen Aussehens zeigt die kleine Kämpferin bislang erstaunlichen Lebenswillen.
Gemini wurde geboren, nachdem eine streunende Katze im Vereinigten Königreich einen Wurf mit insgesamt acht Jungen zur Welt gebracht hatte. Während die Geschwister gesund sind, fiel den Tierschützern sofort auf, dass eines der Kätzchen eine doppelte Gesichtsbildung aufweist.
Nach Angaben der Retter leidet Gemini am sogenannten Janus-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine äußerst seltene angeborene Fehlbildung, bei der sich Teile des Gesichts während der Embryonalentwicklung verdoppeln. Das Syndrom wurde nach dem römischen Gott Janus benannt, der traditionell mit zwei Gesichtern dargestellt wird.
Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein. Manche Tiere besitzen lediglich eine gespaltene Nase, andere – wie Gemini – entwickeln zwei Nasen und zwei Mäuler. Die Ursache ist bislang nicht vollständig geklärt. Experten gehen davon aus, dass die Fehlbildung bereits sehr früh, während der Entwicklung im Mutterleib, entsteht.
Obwohl viele Tiere mit einer derartigen Fehlbildung nur geringe Überlebenschancen haben, gibt Gemini Anlass zur Hoffnung. Die Tierschützer versorgen das Kätzchen rund um die Uhr und füttern es vorsichtig über beide Mäuler, damit es ausreichend Nahrung aufnehmen kann.
Ob Gemini dauerhaft überleben wird, lässt sich derzeit nicht vorhersagen. In den ersten Lebenswochen entscheidet sich häufig, ob Herz, Atemwege und andere lebenswichtige Organe normal funktionieren.
Fälle wie dieser sind weltweit eine absolute Rarität. Nur wenige Katzen mit Janus-Syndrom erreichen überhaupt das Erwachsenenalter. Einige wenige Ausnahmen zeigen jedoch, dass ein langes Leben möglich sein kann, wenn die inneren Organe nicht betroffen sind und die Tiere intensive Pflege erhalten.
Für Gemini bedeutet das nun vor allem eines: viel Aufmerksamkeit, medizinische Kontrolle und viel Fürsorge. Die Retter hoffen, dass die außergewöhnliche kleine Katze weiterhin Kraft schöpft – und vielleicht schon bald beweist, dass auch die seltensten Schicksale ein Happy End haben können.