Nach dem tragischen Tod des spanischen Fußballers Jesus de Miguel (30) gibt es neue Erkenntnisse. Die Gerichtsmedizin hat die vorläufige Todesursache des Stürmers von CD Teneriffa festgestellt. Demnach starb der Profi an einem sogenannten "akzidentellen Thoraxtrauma" – einer durch einen Unfall verursachten schweren Verletzung des Brustkorbs.
De Miguel war am Montag in der 97. Minute des Zweitligaspiels gegen FC Andorra mit Torhüter Jesús Owono heftig zusammengestoßen. Der Keeper hatte seinen Strafraum verlassen und den heranstürmenden Angreifer im Brustbereich getroffen. Owono sah dafür die Rote Karte. De Miguel erlitt einen Herzstillstand und musste noch auf dem Spielfeld medizinisch versorgt werden.
Anschließend wurde der 30-Jährige ins Krankenhaus gebracht und zunächst stabilisiert. Doch am Dienstagmorgen um 8 Uhr verlor er den Kampf um sein Leben. Laut den spanischen Medien "Canarias7" und "El Día" wurde der vorläufige Obduktionsbericht bereits am Mittwoch an die zuständige Ermittlungsrichterin übermittelt. Weitere Untersuchungen, darunter toxikologische Tests, stehen noch aus.
Die Justiz untersucht weiterhin die genauen Umstände des Todes. Dabei steht nicht nur der Zusammenprall im Mittelpunkt, sondern auch die medizinische Versorgung unmittelbar danach. Unter anderem soll geklärt werden, warum ein am Stadion bereitstehender Krankenwagen nicht zur Behandlung auf das Spielfeld fuhr.
Ob Torhüter Owono strafrechtliche Konsequenzen drohen, ist noch offen. Der Oberstaatsanwalt von Santa Cruz de Tenerife, Jose Luis Sanchez-Jauregui, hält eine strafrechtliche Verfolgung des Keepers allerdings für "sehr unwahrscheinlich". Eine abschließende Entscheidung liegt noch nicht vor.
Am Donnerstag wird de Miguel in Navahermosa in der Provinz Toledo beigesetzt. Die gesamte Mannschaft von CD Teneriffa sowie Trainerstab und Vereinsführung nehmen Abschied von ihrem verstorbenen Mitspieler.