ORF-Mann in der Ukraine

"Todeszonen" – Wehrschütz packt über Drohnenangriff aus

Bei einem Drohnenangriff entging Christian Wehrschütz nur knapp dem Tod. Nun packt der ORF-Mann im Ö3-Talk über die Attacke aus.
Newsdesk Heute
16.11.2025, 10:52
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ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz ist in der Ukraine am vergangenen Wochenende nur knapp einem Angriff entkommen. Der Journalist berichtet seit Beginn des russischen Kriegs für Österreich aus dem Krisengebiet – immer wieder unter Lebensgefahr. Im Oktober 2022 war bereits eine Granate in das Hotel eingeschlagen, in dem er und sein Team untergebracht waren. "Heute" berichtete damals ausführlich.

Jetzt geriet Wehrschütz mit vier Begleitern in einem Kleinbus unter Drohnenbeschuss. Auf Social Media kursierende Videos zeigen, wie die Gruppe aus dem Fahrzeug flüchtet – Sekunden später schlägt das Geschoss im Bus ein.

ORF-Kriegsreporter Christian Wehrschütz hat am Samstag in der Ukraine nur knapp einen Drohnenangriff überlebt.
Tom Wunderlich

ORF-Chef zündete Kerze an

Am Sonntag sprach der ORF-Korrespondent in Ö3-"Frühstück bei mir" über die bangen Momente. "Ich habe viele Reaktionen aus der Bevölkerung über Soziale Medien bekommen. Das ist etwas, was sehr, sehr nett ist", so Wehrschütz. Auch ORF-Generaldirektor Ronald Weißmann soll eine Kerze für den Ukraine-Korrespondenten angezündet haben. "Ich habe Gott gedankt", gesteht der 64-Jährige.

Es seien Sekunden gewesen, die über Leben oder Tod entschieden hätten. "Es war haarknapp", so der ORF-Mann.

Der Angriff habe auch die Familie des Kriegsreporters schwer getroffen. Nach der Nachricht über den Drohnenbeschuss fuhren die Töchter des gebürtigen Steirers umgehend zu ihrer Mutter, verbrachten dort die Nacht. "Ich weiß, wie groß diese Nervenbelastung für meine Familie ist. Ich bin meinen Töchtern und meiner Gattin dankbar, dass sie das seit nun 25 Jahren aushalten, da es auch am Balkan immer wieder zu Spannungen kam." Hinter den Kulissen habe es niemals Diskussionen darüber gegeben.

"Drohnen werden für Journalisten immer größere Bedrohungen"

"Man darf nicht vergessen, dass man in Gebiete fährt, wo es keine Frontlinie mehr gibt. Wir sind viele Kilometer durch diese Todeszonen gefahren, wo über der Straße Drohnennetze gespannt waren", so Wehrschütz. " Es kann dir immer passieren. Drohnen werden für Journalisten immer größere Bedrohungen."

Eine Prognose, wann der Krieg in der Ukraine endet, will der ORF-Mann nicht abgeben. "Wenn keiner der beiden Kriegsparteien einbricht, kann ich kein rasches Kriegsende sehen", so Wehrschütz. "Es schaut im Moment nicht gut aus."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 16.11.2025, 10:55, 16.11.2025, 10:52
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