Seit Jahrzehnten ist Pariasek nicht mehr aus den wichtigsten Sportübertragungen des Jahres wegzudenken. Von den wichtigsten Fußballspielen bis hin zum Ski-Weltcup ist der 62-Jährige stets mit dabei, führt in seiner bekannt launigen Art durch die Sendungen. Immer auch mit einer Spur Selbstironie.
Dabei war Pariasek in den letzten Jahren nicht immer die erste Wahl bei Sport-Übertragungen des öffentlich-rechtlichen TV-Senders gewesen. Der mittlerweile abgesetzte Sportchef Johannes Aigelsreiter setzte nicht auf den bekannten Moderator. "Es gab eine ""Zeit", in der ich ein bisschen weniger eingeteilt wurde. Wir hatten da einen Sportchef, der andere Ideen hatte, der vielleicht nicht der größte Pariasek-Fan war. Aber diese Geschichte ist erledigt und vorbei", erzählte der Kult-Moderator in der Sendung "Hinter den Schlagzeilen" im ORF.
Pariasek habe "gewisse Sendungen, die ich immer gemacht habe, nicht mehr gemacht", erzählte der Star-Moderator. Er habe zwar "schon überlegt", wie es weitergehen solle, sei aber "erstaunlich ruhig geblieben. Mein unmittelbares Umfeld war da eher besorgt. Ich war immer optimistisch", meinte Pariasek. "Ich bin vom Naturell her eher gelassen. Sollte es ganz vorbei sein, dann ist es halt ganz vorbei", schmunzelte der 62-Jährige. Gekränkt habe er sich da nie. "Das Einzige, das ich mir gedacht habe: Mir fehlt da ein bisschen der Respekt. Ich habe viele Jahre am Buckel. Die Art und Weise, das könnte man auch anders lösen", erklärte der Sport-Moderator.
Es habe viele Reaktionen gegeben – auf der Straße, auch beim ORF-Kundendienst, wo viele angerufen hätten. "So quasi: Wieso nehmt ihr uns ,unseren Rainer' weg", meinte Pariasek. Und sogar Sport-Größen seien auf Pariasek zugekommen und hätten sogar angeboten, "ein Zeichen zu setzen". "Ich habe sehr viel Zuspruch bekommen. Ich habe mir gedacht: Dann hast du doch nicht alles falsch gemacht in deinem Leben", schmunzelte der 62-Jährige dann. Zuletzt war Pariasek wieder im Dauer-Einsatz bei der Fußball-WM 2026 in den USA, begleitete das ÖFB-Team in Übersee. Nun wird Pariasek am Samstag (Frauen) und Sonntag (Männer) die Weltcup-Riesentorläufe in Sölden präsentieren.
Pariasek ist vor allem aufgrund einiger legendärer TV-Momente Kult geworden. Unter anderem mit dem damaligen Austria-Trainer Thorsten Fink. "Sie kommen ja vom Skisport", hatte der Deutsche dann zu Pariasek gesagt. Der Clip hat Kult-Status. "Ich habe gemerkt, dass er schon auf 100 war", erzählte Pariasek. Er habe auch überlegt, das Interview abzubrechen.
Viel legendärer sind die durchaus launigen Interviews auf Englisch. "Natürlich ärgert man sich auch, ich bin nicht stolz auf diese Sachen. Aber ich kann damit leben", schmunzelte Pariasek. Und enthüllte dann, dass ihm "immer wieder angeraten" worden sei, einen Englisch-Kurs zu machen – "von Kollegen, von Vorgesetzten". "Ich habe es schon überlegt, aber ich glaube, dass es nicht an den Vokabeln oder an der Grammatik liegt. Es liegt an meiner Aussprache. Selbst meine Kinder haben versucht, die englische Aussprache mit mir zu lernen. Sie haben gesagt, ich sei ein hoffnungsloser Fall. Auch damit kann ich ganz gut leben", lachte der 62-Jährige, der gerade im Englischen einen berüchtigten "R"-Fehler hat. "Sie sind nicht stolz auf mich, was das Englisch angeht", lachte Pariasek dann über seine drei Töchter.
Generell habe Pariasek früher "eine kurze Zündschnur" gehabt, vor allem wenn es Fehler anderer gewesen seien, die durchaus auch zu Lasten des Star-Moderators gegangen waren. Etwa, wenn ein falscher Beitrag gespielt wurde oder ein Beitrag zu spät startete. "Das hat mich sehr geärgert, da habe ich dazu geneigt, meinem Unmut freien Lauf zu lassen", erzählte Pariasek. Er sei ein Perfektionist, träume von einer "fehlerfreien Sendung. Und die war noch nicht dabei", sagte er.
Mit 62 rückt die Pension für Pariasek bereits näher: "Die Zeit wird kommen", sagte der Niederösterreicher, er wolle diese Gedanken aber beiseite schieben. Und er wolle sich "irgendeine Tätigkeit" dann suchen. Denn er wolle nicht im Park sitzen und Tauben füttern.