Unruhen in Pakistan

Tödliche Proteste in Kaschmir

Mindestens 11 Tote und zahlreiche Verletzte nach Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Pakistanisch-Kaschmir.
Newsdesk Heute
09.06.2026, 16:27
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Die Region Pakistanisch-Kaschmir erlebt derzeit heftige Unruhen. Am Sonntag kam es in der Stadt Rawalakot, der Hauptstadt des Distrikts Poonch, zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Mindestens elf Menschen wurden dabei getötet, über 70 weitere erlitten Verletzungen.

Ausgelöst wurden die Proteste durch das Verbot der zivilgesellschaftlichen Organisation Joint Awami Action Committee (JAAC) und langjährige regionale Missstände. Sicherheitskräfte und paramilitärische Einheiten wurden angesichts einer für Dienstag angekündigten Großdemonstration in die Region entsandt, Reisehinweise und Ausgangssperren wurden verhängt.

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Die Lage eskalierte, nachdem die JAAC am Freitag offiziell verboten worden war. Die Behörden werfen der Gruppe Terrorismus und das Schüren von Unsicherheit vor. Laut offiziellen Angaben kamen bei den Auseinandersetzungen sowohl Polizisten als auch Demonstranten ums Leben.

Hintergrund der Proteste

Kern des Konflikts ist die Reservierung von zwölf Sitzen im Regionalparlament für Flüchtlinge aus Indisch-Kaschmir, die mittlerweile in anderen Teilen Pakistans leben. Die Protestbewegung fordert, dass alle Parlamentssitze ausschließlich Bewohnern von Pakistanisch-Kaschmir zustehen sollen. Die Regionalwahlen sind für den 27. Juli angesetzt.

Die JAAC, eine Dachorganisation aus zivilgesellschaftlichen Gruppen und Handelsverbänden, sieht in der Sitzvergabe eine Benachteiligung der lokalen Bevölkerung. Sie fordert zudem Reformen bei Subventionen, die Bekämpfung von Korruption und Verbesserungen in der Infrastruktur. Bereits seit 2023 protestiert die Bewegung immer wieder gegen die Regionalregierung.

Bereits seit 2023 protestiert die Bewegung immer wieder gegen die Regionalregierung
REUTERS

Tieferliegende Ursachen

Experten zufolge sind die aktuellen Unruhen Ausdruck eines langjährigen Streits um politische Vertretung, Ressourcenverteilung und regionale Autonomie. Die Region wird zwar von einer eigenen Regierung verwaltet, steht aber letztlich unter der Kontrolle Pakistans. Neben den Unruhen rund um die Parlamentssitze gibt es seit Jahren Beschwerden über hohe Strompreise, Korruption und Versorgungsengpässe.

Ein Gericht in Pakistanisch-Kaschmir hat jüngst bestätigt, dass die umstrittenen Parlamentssitze verfassungsrechtlich geschützt sind – eine Änderung wäre nur per Verfassungsreform möglich. Dies hat die Wut der Demonstranten weiter angefacht und die Forderungen nach mehr Mitbestimmung verstärkt.

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