Der Weltmenopausentag am 18. Oktober ist für die Linzer Podcasterin Daniela Ullrich weit mehr als nur ein Datum im Kalender. Ihre Mutter starb mit gerade einmal 58 Jahren an einem plötzlichen Herztod. Damals dachte niemand an hormonelle Veränderungen oder an die Risiken, die ein unbehandelter Östrogenmangel mit sich bringen kann. Erst Jahre später erkannte Daniela: "Hätte meine Mama gewusst, was ich heute weiß, würde sie wahrscheinlich noch leben."
Die heute 50-jährige Linzerin will das Schweigen rund um die Wechseljahre deshalb brechen. Mit ihrem Podcast "Menomio – Der Podcast für glückliche Wechseljahre" schafft sie eine Plattform für Wissen, Austausch und Mut. Darin spricht sie offen über Symptome, Risiken und Chancen dieser Lebensphase – und zeigt in Gesprächen mit Expertinnen und Experten immer wieder auf: Unwissenheit kann Frauenleben kosten.
Obwohl etwa die Hälfte der Weltbevölkerung früher oder später in die Wechseljahre kommt, wird kaum darüber gesprochen – vor allem in Österreich. "In Deutschland ist das Thema schon sichtbarer. Aber hier bei uns? Da wird immer noch geflüstert, verdrängt oder weggelächelt", sagt Ullrich. Dabei betreffen die hormonellen Veränderungen nicht nur den Zyklus oder das emotionale Befinden, sondern die gesamte Gesundheit.
Viele Frauen würden gar nicht wissen, dass Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Migräne, Haarausfall, Harnwegsinfekte, Gedächtnisstörungen oder Herzklopfen mit der hormonellen Umstellung zusammenhängen können.
Zum Weltmenopausentag möchte sie besonders mit ihrem persönlichen Schicksal wachrütteln. Es unterstreicht, wie existenziell Aufklärung sein kann. Erst rückblickend wurde Ullrich bewusst, wie eng die Wechseljahre mit der Gesundheit ihrer Mutter verbunden waren. "Meine Mama könnte noch leben." Diese Erkenntnis ist kein Trauma, sondern ein zusätzlicher Antrieb für ihre Arbeit. "Ich mache Menomio nicht wegen meiner Mama. Aber durch sie weiß ich: Das, was ich tue, ist notwendig. Lebensnotwendig."
„Durch sie weiß ich: Das, was ich tue, ist notwendig. Lebensnotwendig.“
Danielas Vision für die Zukunft ist klar: Aufklärung als Standard. "Wir haben heute Zugang zu so viel Wissen. Es ist da! Wir müssen es nur nützen und anfangen, drüber zu reden. Laut. Offen. Und ohne Scham."