Es gibt Kleidungsstücke, die direkt nach dem Kauf im Kleiderschrank landen und niemals getragen werden - und dann gibt es Kleidungsstücke, die gekauft werden und am Ende als "tödliche Hose" auf Social Media viral gehen. So passiert ist es mit einer weit geschnittenen Hose der spanischen Modemarke Zara.
Wie "Heute" kürzlich berichtete, stolpern weltweit zahlreiche Frauen über die weiten und langen Hosenbeine – und erleiden dabei teils schwere Verletzungen, darunter Knochenbrüche, Schürfwunden und Blutergüsse.
Das klingt natürlich alles andere als lustig. Und dennoch sitze ich da und frage mich: Was mache ich anders?
Denn ich besitze genau dieses Modell seit drei Jahren - mittlerweile in drei Farben. Ich trage die Hose im Sommer, im Urlaub, beim Einkaufen, beim Ausflug in die Weinberge und eigentlich überall dort, wo ich mich bequem und luftig anziehen möchte.
Ich habe sie sogar am vergangenen Wochenende wieder einem kleinen Praxistest unterzogen. Am Samstag ging es mit der Hose zum Einkaufen. Kein Sturz. Danach trug ich eines der Modelle bei einem Ausflug mit meinem Kind. Wieder kein Sturz. Und am Sonntag entspannte ich mich in Nummer 3. Passiert ist nichts.
Kein Knochenbruch. Keine Schürfwunde. Nicht einmal ein dramatisches "Uff!".
Vielleicht habe ich einfach Glück. Vielleicht liegt es jedoch auch daran, dass ich meine Hosen kürze oder kürzen lasse. Jedes Modell, ganz egal, ob von Zara oder nicht und ob weit oder eng.
Der einfache Grund: Ich möchte nicht, dass die Hosenbeine nach kurzer Zeit komplett schmutzig sind, weil ich ständig darauf herumsteige. Und Löcher im Stoff finde ich ebenfalls nicht besonders dekorativ. Schon gar nicht, wenn ich eine Hose gerne mag. Also habe ich auch meine drei Zara-Hosen gleich nach jedem Kauf an meine Größe anpassen lassen.
Eine der betroffenen Frauen aus der Schweiz erklärte allerdings, sie sei trotz umgekrempelter Hosenbeine gestolpert. Sie sei 170 Zentimeter groß und habe den weiten, flatternden Schnitt unterschätzt. Ob Kürzen tatsächlich helfe, wisse sie nicht.
„Bei mir funktioniert die Hose seit drei Jahren problemlos.“
Das kann ich natürlich nicht beurteilen. Ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen: Bei mir funktioniert die Hose seit drei Jahren problemlos. Aber natürlich kann man in einer langen oder weiten Hose stolpern. Das ist keine bahnbrechende Erkenntnis. Man kann auch über eine Treppenstufe stolpern, auf einer nassen Wiese ausrutschen oder sich beim Laufen in High Heels den Knöchel verdrehen.
Die Frage ist für mich eher: Ist das Kleidungsstück deshalb automatisch gefährlich?
Auch die "Heute"-Leserinnen und -Leser haben dazu eine klare Meinung. "Ich trag mein Leben lang weite und lange Hosen ohne Knochenbrüche", schreibt etwa eine Person. Eine andere meint: "Könnte es sein, dass nicht die Hose das Problem ist, sondern eher die Trägerinnen?"
Und ein Kommentar bringt die praktische Lösung auf den Punkt: "Es gibt so eine Erfindung, die nennt sich Nähmaschine!" Auch der Vergleich mit High Heels taucht auf: "Es kann auch nicht jede mit High Heels laufen und so wird es mit der Hose auch sein."
Das ist natürlich zugespitzt. Und ich möchte keinesfalls die Verletzungen der betroffenen Frauen lächerlich machen. Wer stürzt und sich dabei einen Knochen bricht, hat mein Mitgefühl – völlig egal, ob die Ursache eine Hose, ein Schuh oder eine unglückliche Kombination aus Eile, Unachtsamkeit und Pech war. Dennoch muss ich klar sagen: Ich halte die Hose nicht für gefährlich.