Ein Familienausflug in den USA endete für Dominick Cebula im Krankenhaus. Der 13-Jährige war am 26. Juli im Cunningham Falls State Park im Bundesstaat Maryland im Wasser, als ein Biber plötzlich zubiss. Der Vorfall ereignete sich laut Gesundheitsbehörde Frederick County gegen 9 Uhr in einem ausgewiesenen Badebereich. Der Fall wurde auch vom "Kurier" aufgegriffen.
Der Teenager soll gerade unter Wasser Fische beobachtet haben, als das Tier seine Brust attackierte. Sein Vater Jeff Cebula schilderte gegenüber WUSA, Dominick habe versucht, den Biber wegzudrücken. Übersetzt sagte er, das Tier habe sich "festgebissen" und den Kopf geschüttelt "wie ein Hund".
Dominick konnte sich zunächst befreien. Doch der Angriff war damit nicht vorbei: Beim Zurückweichen biss der Biber laut Bericht erneut zu, diesmal in die rechte Hand. Der Bub wurde per Rettungshubschrauber in das Johns Hopkins Hospital nach Baltimore gebracht. Dort musste er wegen Verletzungen an Brust und Händen sowie Nervenschäden drei Operationen überstehen.
Nach dem Angriff wurde der Biber eingefangen und eingeschläfert. Am 27. Juli bestätigte die Gesundheitsbehörde: Das Tier war mit Tollwut infiziert. Die Behörde warnte danach davor, unbekannte Wildtiere zu berühren oder mit ihnen zu spielen. Tollwut wird meist über Speichel, etwa durch Bisse, übertragen und kann ohne rasche Behandlung für Menschen nahezu immer tödlich enden.
Der Fall blieb in dem Park nicht der einzige. Am 5. August wurde ein 19-jähriger Fischer in derselben Gegend von einem Biber in den Knöchel gebissen. Auch dieses Tier wurde später positiv auf Tollwut getestet. Teile des Parks wurden daraufhin gesperrt, erst am 24. August wurde der Wasserzugang nach Kontrollen wieder freigegeben.
Die Behörden betonen, dass Biber normalerweise nicht aggressiv sind und Konflikte mit Menschen meiden. Dennoch soll zu mittelgroßen Wildtieren ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Wer von einem Wildtier gebissen oder gekratzt wird, sollte sofort medizinische Hilfe suchen.