Anschlag nach Haftentlassung

"Total irre" – Terror-Experte rechnet mit Justiz ab

Nach dem tödlichen Terroranschlag in Berlin wächst die Kritik an der Justiz. Ein Experte spricht von einer fatalen Fehleinschätzung.
Newsdesk Heute
28.07.2026, 09:41
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Nach dem Terroranschlag auf den Berliner Christopher Street Day mit einer Toten und 29 Verletzten gerät die Justiz massiv unter Druck. Der 21-jährige Abdul B. war erst im Mai wegen Terrorismus zu 22 Monaten Haft verurteilt worden – die Strafe wurde jedoch zur Bewährung ausgesetzt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Abdul B. sich dem IS anschließen wollte und Propaganda verbreitet hatte. Trotzdem durfte er nach neun Monaten Haft wieder nach Hause und sollte an einem Deradikalisierungsprogramm teilnehmen.

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"Ich halte das für total irre"

Für Terror-Experte Peter Neumann ist das völlig unverständlich. "Ich halte das für total irre", sagt er im Gespräch mit "Bild". Eine Person mit einem derart hohen Gefährdungspotenzial auf Bewährung freizulassen, sei nicht nachvollziehbar. Die Justiz habe aus seiner Sicht den Gedanken der Resozialisierung über den Schutz der Bevölkerung gestellt.

Auch die Frage, warum Abdul B. nicht rund um die Uhr überwacht wurde, beantwortet Neumann klar: Eine lückenlose Überwachung sei extrem personalintensiv und komme nur bei wenigen besonders gefährlichen Personen infrage. Meist setzten die Behörden auf Observationen, Telekommunikationsüberwachung und sogenannte Gefährderansprachen.

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