In Kuba kämpfen viele Menschen aktuell mit massiven Stromausfällen, Lebensmittelknappheit und einer schweren Wirtschaftskrise. Ganze Regionen sitzen regelmäßig stundenlang im Dunklen.
Doch ausgerechnet ein Nachfahre des Revolutionsführers Fidel Castro sorgt jetzt für Empörung. Sandro Castro präsentiert sich in sozialen Netzwerken mit Luxusautos, Partys und teuren Drinks. Videos zeigen ihn in Clubs, hinter dem Steuer schneller Sportwagen oder mit Champagner in der Hand.
Das sorgt für Wut im Land: Während viele Familien kaum über die Runden kommen, scheint der Castro-Enkel ein Leben im Überfluss zu führen.
Sandro Castro ist ein Enkel von Fidel Castro (1926–2016) und gehört damit zur bekanntesten Familie Kubas. Er hält sich meist aus der offiziellen Politik heraus und tritt vor allem in sozialen Medien in Erscheinung. Dort inszeniert er sich als Partygänger und Unternehmer mit Hang zum Luxus.
Offiziell gibt es kaum Angaben zu den Einkünften von Sandro Castro. Kritiker vermuten, dass Mitglieder der Castro-Familie seit Jahrzehnten von privilegierten Zugängen zu staatlichen Ressourcen und lukrativen Geschäften profitieren. Auch Beteiligungen an Gastronomie und Tourismus werden immer wieder genannt – Bereiche, in denen in Kuba vergleichsweise viel Geld zu verdienen ist.
Kritiker werfen ihm vor, völlig den Bezug zur Realität verloren zu haben. In einem Land, das sich offiziell noch immer sozialistisch nennt, wirkt der demonstrative Reichtum besonders provokant. Dass ausgerechnet ein Mitglied der Castro-Familie seinen Luxus öffentlich zur Schau stellt, trifft daher einen besonders wunden Punkt.
Der Hauptgrund für die Stromausfälle liegt in einer schweren Energiekrise. Kuba ist stark von Ölimporten abhängig – vor allem aus Venezuela. Doch genau diese Lieferungen sind eingebrochen. Nach neuen Maßnahmen aus Washington und massivem Druck der USA fließt deutlich weniger Öl auf die Insel. US-Präsident Donald Trump stellte klar, dass Kuba keinen einfachen Zugang mehr zu Treibstoff haben soll.
Zusätzlich erschweren Sanktionen und Strafdrohungen gegen andere Handelspartner die Versorgung weiter. Gleichzeitig sind viele Kraftwerke veraltet und fallen regelmäßig aus. Die Folge: Immer wieder wird der Strom in ganzen Regionen abgeschaltet – oft für Stunden oder länger.