Tragödie vor Freizeitschiff

Tourist (60) ertrinkt  –  Crew schmeißt Schaumparty

Ein Brite ist bei einem Ausflug auf einem "Piratenboot" vor Alanya gestorben. Laut Angehörigen reagierte die Crew kaum.
24.09.2025, 18:47
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Ein britischer Tourist ist bei einer Bootsfahrt vor der Küste der türkischen Stadt Alanya ums Leben gekommen. Der 60-jährige Peter Colville war mit zehn Angehörigen, darunter Kindern und Enkeln, an Bord des Ausflugsschiffs "Big Kral Legend". Das "Piratenboot" versprach Musik, Unterhaltung, Schnorcheln und eine Schaumparty.

Beim zweiten Badestopp der Fahrt verschwand Colville im Wasser. Kurz darauf entdeckten andere Badegäste ihn reglos und mit dem Gesicht nach oben treibend. Sie zogen ihn an Bord und begannen sofort mit Wiederbelebungsversuchen.

Ein Barmann habe den Tod ihres Vaters festgestellt

Laut seiner Tochter Nakita Colville leistete die Crew dabei keine Hilfe. Sie teilt gegenüber der britischen "Sun" mit: "Sie standen nur da und haben zugesehen." Ein Barmann habe den Tod ihres Vaters festgestellt, woraufhin der Körper mit einem Tuch bedeckt wurde. Die Küstenwache sei wenig später eingetroffen. Colville sei ins Spital eingeliefert und dort für tot erklärt worden.

Obwohl Colvilles Frau Rosalind an Bord zusammenbrach und die Familie unter Schock stand, soll die Besatzung nach dem Abtransport der Angehörigen die geplante Schaumparty für die restlichen Passagiere fortgesetzt haben. "Sie haben sich nur bei den Gästen entschuldigt, weil die Schaumparty sich verzögerte", teilt Nakita weiter mit. Das Schiff war nach ihrer Schätzung mit rund 600 Gästen besetzt.

"Die Art, wie damit umgegangen wurde, war furchtbar"

"Mein Schwager kam aus dem Wasser und bemerkte, dass mein Vater nicht mehr hinter ihm war", so Nakita und weiter: "Dann hörten wir Schreie, sahen meinen Vater im Wasser und Menschen, die versuchten, ihn herauszuziehen. Ein Gast begann mit der Reanimation, während Crewmitglieder mit verschränkten Armen dastanden. Andere Passagiere weinten."

Nakita hält sich mit Schuldzuweisungen zurück, betont aber: "Wir sagen nicht, dass es die Schuld des Unternehmens war, dass er gestorben ist. Aber vielleicht hätte er gerettet werden können. Und die Art, wie damit umgegangen wurde, war furchtbar." Die Familie war am 20. Juli in Alanya angekommen, der Vorfall ereignete sich am 27. Juli. Die Ermittlungen dauern an.

Peter Colville war laut seiner Familie gesund. "Er war klug genug, nicht ins Wasser zu gehen, wenn er sich unwohl gefühlt hätte", sagt Nakita. Ihre Mutter sei an Bord kollabiert. Nakita musste die Todesnachricht telefonisch an ihre vier Brüder weitergeben. "Er war der beste Vater und Großvater", sagt sie.

Bewertungen auf Tripadvisor zeichnen ähnliches Bild

Bewertungen auf Tripadvisor vom Tag des Vorfalls zeichnen ein ähnliches Bild wie das der Familie. Ein User schreibt: "Er lag auf dem Deck, und dann geschah nichts. Keine richtigen Abläufe, keine Absperrung, keine sofortige Reanimation. Ein Crewmitglied schaute ihm in die Augen und erklärte ihn für tot."

Ein anderer berichtet: "Nachdem der Rettungsschwimmer ihn abgeholt hatte, wurden wir informiert, dass der Notfall vorbei sei. Dann lief wieder laute Musik und es wurden Fotos verkauft." Ein dritter schrieb: "Der Umgang der Crew war erschreckend. Sie sind weder geschult noch emotional in der Lage, mit Notfällen oder Tragödien umzugehen. Ein Mensch ist gestorben und es schien sie nicht zu kümmern."

Die Betreiberfirma Big Kral Pirate Boats habe nicht auf eine Anfrage der britischen Zeitung reagiert.

{title && {title} } 20 Minuten,red, {title && {title} } 24.09.2025, 18:47
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