"Haben Insolvenz angemeldet"

Traditions-Brauerei ist nach 165 Jahren pleite

Die deutsche Brauerei Rupp in Niedersachsen ist nach 165 Jahren insolvent. Hohe Kosten setzen dem Familienbetrieb mit 17 Mitarbeitern zu.
14.10.2026, 08:57
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Die Krise auf dem deutschen Biermarkt fordert das nächste Opfer. Nach 165 Jahren muss die traditionsreiche Brauerei Rupp im niedersächsischen Lauenau Insolvenz anmelden – das berichtet die BILD. Der Familienbetrieb, zu dem auch das bekannte Restaurant Felsenkeller gehört, kämpft mit hohen Kosten und einem veränderten Konsumverhalten. Für die 17 Mitarbeiter gibt es aber auch Hoffnung: Der Betrieb soll weitergeführt werden.

Brauerei-Chefin bestätigt Insolvenz

Seit 1861 wird in Lauenau im Landkreis Schaumburg Bier gebraut. Damals gründete der aus Bayern stammende Sebastian Rupp das Unternehmen. Über Generationen entwickelte sich daraus ein regional bekannter Betrieb mit einer treuen Stammkundschaft.

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Nun steckt die Brauerei in finanziellen Schwierigkeiten. Geschäftsführerin Kerstin Rupp (60) bestätigte gegenüber der deutschen BILD die Insolvenz. "Ja, wir haben Insolvenz angemeldet." Als wesentlichen Grund nennt die Unternehmerin die stark gestiegenen Betriebskosten. Besonders die hohen Energiepreise hätten das Unternehmen belastet.

Dabei hatte die Familie bereits versucht, ihre Ausgaben zu senken. "Wir haben versucht, da zu sparen, haben uns ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage zugelegt", berichtet Rupp. Die Investitionen konnten die wirtschaftlichen Probleme jedoch nicht ausreichend abfedern.

Hohe Spritpreise treffen Brauerei doppelt

Neben den Energiekosten machen dem Unternehmen auch die steuerlichen Belastungen und die teuren Treibstoffe zu schaffen. "Es werden einem so viele Steuern auferlegt, dass es sich schon fast nicht mehr lohnt. Was uns aber zuletzt massiv beeinträchtigt hat, sind die stark gestiegenen Benzinpreise", so Rupp der BILD.

Die höheren Spritpreise wirken sich laut der Geschäftsführerin nicht nur auf den Transport des Bieres aus. Auch das Geschäft im angeschlossenen Restaurant leidet darunter.

Früher kamen Besucher aus weiten Teilen Niedersachsens, darunter auch aus Hannover, nach Lauenau. Mittlerweile würden viele Menschen ihre Fahrtkosten stärker im Auge behalten. Gleichzeitig bleibe ihnen weniger Geld für Restaurantbesuche.

Restaurant bekommt neue Betreiberin

Trotz der Insolvenz soll die Geschichte des Familienunternehmens nicht zu Ende gehen. Im Zuge einer Umstrukturierung wird das Restaurant Felsenkeller ab 1. November an eine neue Betreiberin verpachtet.

Die Zusammenarbeit mit der Familie Rupp soll dabei bestehen bleiben. Auch die Brauerei selbst und die Immobilien bleiben im Familienbesitz und sollen weitergeführt werden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Moritz Sponagel bestellt, berichtet die deutsche Boulevardzeitung.

Für die Gäste soll sich möglichst wenig ändern. Beliebte Speisen wie hausgemachte Haxn und Currywurst sollen weiterhin angeboten werden. Auch das Rupp-Bier soll erhalten bleiben. Die Sorten Pilsener, Dunkel und Weizen werden derzeit in mehr als 100 Gaststätten in der Umgebung ausgeschenkt.

"Alles bleibt für unsere Gäste im Felsenkeller so, wie es ist", versichert Kerstin Rupp im Gespräch mit der BILD.

Brauereien in Schwierigkeiten

Der Fall Rupp ist kein Einzelfall. Die deutsche Bierbranche steht zunehmend unter Druck. Neben steigenden Kosten macht den Betrieben vor allem der rückläufige Bierkonsum zu schaffen.

Allein 2025 ging der Bierverbrauch in Deutschland um 5,8 Prozent zurück. Auch 2026 setzt sich der Abwärtstrend fort. Die Folgen zeigen sich bei mehreren traditionsreichen Unternehmen.

In Mannheim stellte die Brauerei Eichbaum nach fast 350 Jahren ihre Produktion am 30. September endgültig ein. 181 Mitarbeiter verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Auch die Brauerei Wolters in Braunschweig steht vor dem Aus. Sie soll mit 31. Dezember 2026 schließen. Rund 90 Beschäftigte sind betroffen.

Bei der Aktienbrauerei Kaufbeuren in Bayern wurde nach einer Insolvenz etwa die Hälfte der Arbeitsplätze gestrichen.

Weitere Schwierigkeiten gibt es bei der Mauritius Brauerei in Zwickau, für die sich immerhin Investoren interessieren. Die Gräflich zu Stolberg'sche Brauerei Westheim und die Brauerei Allersheim mussten ebenfalls Insolvenz anmelden.

Der Warsteiner-Konzern wiederum plant die Schließung der Herforder Brauerei in Hiddenhausen.

Hoffnung für Familienbetrieb

Während andere traditionsreiche Brauereien ihre Produktion endgültig einstellen, setzt die Familie Rupp auf eine Fortführung ihres Unternehmens.

Die geplante Neuaufstellung soll sowohl dem Braubetrieb als auch dem Restaurant eine Zukunft ermöglichen. Für die Stammgäste bleibt damit zumindest die Aussicht, auch künftig ein Rupp-Bier im Felsenkeller trinken zu können.

wil, 14.10.2026, 08:57
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