Familienbetrieb ist pleite

Traditions-Friseur in Tirol nach 56 Jahren in Konkurs

Seit 1970 wurden im Salon Carla in Hall Haare geschnitten, gefärbt und gestylt – jetzt wurde über den Familienbetrieb ein Konkursverfahren eröffnet.
Christoph Weichsler
23.02.2026, 23:00
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Für viele Haller war er über Jahrzehnte fixer Bestandteil ihres Alltags – jetzt steht der Salon Carla vor einer ungewissen Zukunft. Am 23. Februar wurde über das Vermögen des Betriebs in der Kaiser-Max-Straße ein Konkursverfahren eröffnet.

1970 gründete Carla Zimmermann ihren eigenen Friseursalon – mit Schere, Föhn und viel Mut. Was klein begann, wurde zu einer Institution in Hall. 1999 übernahm Tochter Gisela Zimmermann den Betrieb und führte ihn mit derselben Leidenschaft weiter.

Ein Stück Stadtgeschichte

Generationen saßen hier auf dem Frisierstuhl: Kinder vor dem ersten Haarschnitt, Jugendliche vor dem Maturaball, Bräute am Hochzeitstag, Stammkunden, die seit Jahrzehnten kommen. Der Salon war mehr als nur ein Geschäft – er war Treffpunkt, Gesprächsort, ein Stück Zuhause.

Mehr als nur ein Termin

Kostenlose Parkplätze direkt vor der Tür, Kartenzahlung und eigene Tage für Kinder und Senioren machten den Betrieb besonders nahbar. Hier war jeder willkommen – vom Volksschüler bis zur Pensionistin. Wie es nun weitergeht, ist offen. Auch gewachsene Familienbetriebe mit jahrzehntelanger Geschichte geraten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.

Formelles läuft im Hintergrund

Gläubiger können ihre Forderungen noch bis 6. April anmelden. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Walter Waizer bestellt. Die erste Gläubigerversammlung sowie die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 20. April statt.

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