AT-Alert in zwei Bundesländern

Fünf Lawinen-Tote in zwei Tagen! Alarm erneut ausgelöst

Seit Freitag gab es in Tirol fünf Lawinen-Opfer. Der landesweite AT-Alert wurde daher auch am Sonntag ausgelöst – so auch in Vorarlberg.
Newsdesk Heute
22.02.2026, 15:45
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Die Serie tödlicher Lawinenabgänge in Tirol reißt nicht ab: Am Samstag starb ein 41-Jähriger im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis – es ist bereits das fünfte Todesopfer seit Freitag. Die Behörden schlagen Alarm und greifen zu drastischen Maßnahmen.

Der Einheimische wurde am Samstag kurz nach 10 Uhr abseits der gesicherten Pisten direkt unter einer Gondelbahn von einer Lawine erfasst und verschüttet. Die Pistenrettung hatte den Abgang beobachtet. Rund 30 Minuten dauerte die Suche nach dem Wintersportler, der ersten Informationen zufolge ein Lawinenverschütteten-Suchgerät bei sich hatte. Er konnte geborgen, reanimiert und in kritischem Zustand in die Innsbrucker Klinik geflogen werden. Wenige Stunden später starb der 41-Jährige.

Bereits zwölf Lawinenopfer

Bereits am Freitag waren in Tirol vier Menschen bei Lawinenabgängen ums Leben gekommen, drei davon in St. Anton. Damit ist der 41-Jährige das zwölfte Lawinenopfer in diesem Winter in Tirol – und das fünfte innerhalb weniger Tage.

Schon zuvor hatten die Behörden eindringlich gewarnt. In weiten Teilen Tirols gilt Lawinenwarnstufe 4. Landeshauptmann Anton Mattle mahnte: "In weiten Teilen Tirols gilt aktuell Lawinenwarnstufe 4 – eine gefährliche und nicht zu unterschätzende Situation. Bitte passen Sie auf, bleiben Sie auf gesicherten Pisten und Routen." Zusätzlich wurde ein Hubschrauber des Bundesheers zur Unterstützung angefordert.

AT-Alert ausgelöst

Nur kurz nach der Aussendung dieser Warnung wurde der tödliche Lawinenabgang in Serfaus gemeldet. Angesichts der anhaltenden Gefahr entschied sich das Tiroler Zentrum für Krisen- und Katastrophenmanagement gemeinsam mit dem Lawinenwarndienst zu einem landesweiten AT-Alert. Um 13.30 Uhr schlugen am Samstag die Mobiltelefone Alarm – erstmals seit der Einführung im Herbst 2024 wurde die Warnung wegen Lawinengefahr im gesamten Bundesland ausgelöst.

"Letzte Mittel, um wirklich alle zu erreichen"

Elmar Rizzoli, Leiter des Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement, erklärte: "Der klassische Tourengeher informiert sich vorab. Die Problematik im Moment ist, dass wir die relativ vielen Variantenfahrer erreichen wollen, die mit dem Lift auf den Berg kommen und dann abseits der gesicherten Pisten unterwegs sind." Der AT-Alert sei das "letzte Mittel, um wirklich alle zu erreichen, auch Urlauber", berichtet die "Tiroler Tageszeitung".

Die Alarmierung bleibt bis Sonntag, 23.59 Uhr, aufrecht. Wer bis dahin nach Tirol einreist, erhält die Warnung automatisch auf sein Handy, sobald es sich in ein heimisches Funknetz einbucht. Technisch sei vorgesehen, dass ein aufrechter AT-Alert nach 24 Stunden erneuert wird, so Rizzoli – daher werden die Mobiltelefone um etwa 13.30 Uhr erneut Alarm schlagen.

Auffällig: Nach dem landesweiten Alarm verzeichnete die Leitstelle Tirol keinen weiteren Lawinenabgang mehr, bei dem Personen vollständig verschüttet wurden. Am Freitag waren es noch Dutzende gewesen.

Keine Entwarnung

Entwarnung gibt es dennoch nicht. Das Wetter soll sich bessern, zeitweise wird Sonne erwartet – was zusätzliche Wintersportler ins freie Gelände locken könnte. Christoph Mitterer vom Lawinenwarndienst Tirol betont jedoch, dass die Schwelle zur höchsten Warnstufe noch nicht erreicht sei: "Für einen Fünfer war der Winter bisher zu schneearm. In Frankreich und der Westschweiz gab es vergangene Woche die höchste Warnstufe, dort gab es aber in den vergangenen sieben Tagen 250 bis 350 Zentimeter Neuschnee in gewissen Gebieten, bei uns maximal 150 Zentimeter."

Sorgen bereiten neben dem Neuschnee auch steigende Temperaturen. Durch eine Warmfront werden zahlreiche spontane Lawinenabgänge erwartet, die groß oder sogar sehr groß werden können, hieß es vom Lawinenwarndienst.

AT-Alert auch in Vorarlberg

Auch Vorarlberg reagierte: Dort wurde am Sonntag um 8.30 Uhr erstmals ein landesweiter AT-Alert ausgelöst, um insbesondere Skitouristen auf die kritische Situation aufmerksam zu machen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 22.02.2026, 15:45
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