Die Bäckerei Engleder im oberösterreichischen Arnreit ist pleite. Über das Vermögen von Inhaber Simon Engleder wurde am Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Der Antrag wurde vom Unternehmer selbst eingebracht. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bekannt gab, ist eine Fortführung des Betriebs nicht geplant.
Als Gründe für die finanzielle Schieflage nennt der Unternehmer mehrere Faktoren. So seien die Kosten für Material und Infrastruktur gestiegen. Zudem hätten veraltete Anlagen und Maschinen hohe Reparaturkosten verursacht.
Ein weiterer schwerer Einschnitt: Engleder fällt aufgrund eines Unfalls langfristig aus. Gleichzeitig habe die hohe Belastung durch bestehende Fremdfinanzierungen im Verhältnis zu den erwirtschafteten Betriebsergebnissen die wirtschaftliche Situation zusätzlich verschärft.
Die Insolvenz betrifft laut Gläubigerliste rund 70 Gläubiger. Darunter befinden sich auch zehn Dienstnehmer. Den zuletzt veröffentlichten Bilanzzahlen zum 31. Dezember 2025 zufolge beliefen sich die Passiva auf rund 376.000 Euro. Davon entfielen etwa 32.000 Euro auf Rückstellungen. Zusätzlich bestehen offene Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten in Höhe von rund 41.000 Euro.
Zum Vermögen zählen unter anderem die Betriebsliegenschaft, die vollständig im Eigentum der Bäckerei steht, sowie Fahrzeuge und Geschäftsausstattung. Letztere hatten zum Jahresende 2025 einen bilanziellen Gesamtwert von rund 60.000 Euro. Die Fahrzeuge waren mit rund 20.000 Euro bewertet. Wie viel diese Gegenstände tatsächlich wert sind, muss noch ermittelt werden.
Für die Gläubiger gibt es einen Sanierungsplan: Simon Engleder bietet eine Quote von 20 Prozent an, die innerhalb von zwei Jahren bezahlt werden soll. Das dafür notwendige Geld soll durch die Verwertung von Vermögen sowie eine Finanzierung durch Dritte aufgebracht werden.
Forderungen können bereits ab sofort über den Alpenländischen Kreditorenverband angemeldet werden.