Eigene Videos als Spur

Train-Surfer legen Koralmbahn lahm – Polizei jagt Trio

Drei junge Trainsurfer sprangen auf einen fahrenden ICE, legten damit die Koralmbahn lahm. Ihre eigenen Videos könnten sie nun überführen.
Newsdesk Heute
22.07.2026, 08:52
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Die lebensgefährliche Aktion von drei mutmaßlichen Train-Surfern auf der Koralmbahn könnte schon bald geklärt sein. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren gegen die noch unbekannten Jugendlichen beziehungsweise jüngeren Männer.

Das Trio soll am vergangenen Samstag beim Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See auf den anfahrenden ICE 117 gesprungen sein. Die Unbekannten versteckten sich während der Fahrt in Nischen an der Außenseite des Zuges.

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Auf diesem Abschnitt der Koralmbahn sind Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h möglich. Wartende Fahrgäste beobachteten die gefährliche Aktion und alarmierten gegen 17.20 Uhr die ÖBB und die Polizei.

ICE nach 15 Kilometern gestoppt

Die ÖBB ließen den ICE an einer Nothaltestelle im Koralmtunnel stehen. Zu diesem Zeitpunkt war der Zug bereits rund 15 Kilometer in den insgesamt 32,9 Kilometer langen Tunnel gefahren.

ÖBB-Mitarbeiter machten sich auf die Suche nach den Train-Surfern. Zwei der Jugendlichen wurden erwischt, nachdem sie zuvor versucht hatten, durch die Tunnelröhre zu flüchten. Laut ÖBB verhielten sich die beiden aggressiv. Zudem erklärten sie, dass noch eine dritte Person beteiligt sei.

Daraufhin wurde die gesamte Bahnstrecke gesperrt. ÖBB-Teams rückten mit speziellen Rettungszügen aus beiden Richtungen in den Tunnel aus. Vom dritten Verdächtigen fehlte jedoch jede Spur.

Flucht kurz vor Polizeiübergabe

Die beiden erwischten Jugendlichen wurden mit einem Rettungszug aus dem Tunnel gebracht. In St. Paul im Lavanttal hätten sie der Polizei übergeben werden sollen. Doch kurz vor der Übergabe gelang ihnen gegen 19 Uhr die Flucht.

Lange könnten die Train-Surfer aber nicht mehr untertauchen. "Es gibt umfangreiche Videoaufzeichnungen entlang der Strecke sowie aus dem Bahnhofs- und Tunnelbereich. Diese wurden gesichert und den Ermittlungsbehörden übergeben", erklärt ÖBB-Sprecherin Rosanne Zernatto-Peschel gegenüber der "Kleinen Zeitung": "Die ÖBB arbeiten hier eng mit der Polizei zusammen".

Als Train-Surfer werden Personen bezeichnet, die unerlaubt an der Außenseite eines fahrenden Zuges oder einer U-Bahn mitfahren. Sie klettern auf Dächer, stellen sich zwischen Waggons oder verstecken sich in Nischen an der Außenseite.

Das Eisenbahngesetz verbietet jedes Verhalten, das den Bahnbetrieb oder die Sicherheit beeinträchtigen könnte. Auch das unerlaubte Betreten von Bahnanlagen wird konsequent angezeigt.

Neben den Überwachungskameras könnten auch Aufnahmen helfen, die von den Train-Surfern selbst gemacht und auf digitalen Plattformen veröffentlicht wurden. Vorerst wird gegen die Verdächtigen wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit ermittelt. Werden die Beteiligten ausgeforscht, drohen ihnen nicht nur strafrechtliche Konsequenzen. Die ÖBB "behalten sich weitere rechtliche Schritte vor".

Damit könnten auch Schadenersatzforderungen auf die Train-Surfer zukommen. Die mehr als dreistündige Sperre des Koralmtunnels führte zu Zugausfällen und erheblichen Einschränkungen für Fahrgäste. Auch Kosten für Entschädigungszahlungen könnten von den Tätern zurückgefordert werden.

Fälle nehmen stark zu

Die Entwicklung bereitet den ÖBB Sorgen. In den vergangenen fünf Jahren wurden Train-Surfer-Vorfälle im niedrigen zweistelligen Bereich registriert. "Alarmierend ist, dass bereits heuer zur Jahresmitte die Anzahl an Fällen des gesamten Vorjahres nahezu erreicht ist", sagt Zernatto-Peschel.

Die ÖBB verurteilen die Aktion scharf. "Sogenanntes Trainsurfing ist eine massive Gefährdung des eigenen Lebens sowie der Sicherheit anderer Menschen". Die tonnenschwere Züge seien mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs. Zusätzlich stehen Bahnanlagen unter einer Spannung von 15.000 Volt. "Bereits eine Annäherung an stromführende Anlagen kann schwerste, oft tödliche Verletzungen verursachen", so Zernatto-Peschel.

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