Seiler war eine bekannte Persönlichkeit in Marchtrenk und darüber hinaus: Neben dem Sport saß er seit mehr als zehn Jahren im Gemeinderat und war zuletzt SPÖ-Fraktionsobmann.
Seilers Tod sei für viele ein Schock gewesen, sagt Bürgermeister Paul Mahr zu den Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN): "Vor allem, aber nicht nur in der Fußballcommunity." Seiler war gebürtiger Marchtrenker: "Sein Vater und meiner hatten beide donauschwäbische Wurzeln. Viele dieser Familien haben in den 1950er-Jahren im Umfeld von Viktoria Marchtrenk ihre Häuser gebaut", sagt Mahr. "Beim Verein haben wir uns auch kennengelernt."
Zu Viktoria Marchtrenk kam Seiler 1983. Er war Jugendtrainer, Jugendleiter und Nachwuchskoordinator. Es sei Seiler stets um mehr gegangen als um Sport: "Es ging ihm um die Kinder. Um ihre Entwicklung. Um ihre Freude am Sport. Um Zusammenhalt, Gemeinschaft, Fairness", schreiben seine Vereinskameraden. Nachwuchsarbeit habe für ihn nicht nur bedeutet, gute Fußballer auszubilden, sondern "vor allem, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten."
Neben seinem Heimatverein engagierte sich Seiler auch beim LAZ Wels, beim ASVÖ, der ihm vor zwei Jahren das Goldene Ehrenzeichen verlieh, und beim Oberösterreichischen Fußballverband. Dort löste sein Tod ebenfalls Bestürzung aus. "Wir trauern um einen langjährigen Weggefährten und Funktionär, der im Fußballwesen in Oberösterreich nachhaltige Spuren hinterlassen und sein ehrenamtliches Engagement mit viel Herzblut und Leidenschaft gelebt hat", heißt es seitens des Verbands.
Zusätzlich zu seinem Engagement im Sport saß Seiler seit 2015 im Gemeinderat von Marchtrenk. "Er war sehr umgänglich, kommunikativ, tüchtig und verlässlich und konnte sich mit Leidenschaft für etwas einsetzen", sagt Bürgermeister Paul Mahr.
Zudem unterstützte Seiler viele Jahre lang ein Don-Bosco-Fußballprojekt in Mexiko-Stadt. "Auch dort ging es ihm nicht um Siege, Pokale oder Tabellen", schreibt Viktoria Marchtrenk. "Es ging darum, jungen Menschen Hoffnung zu geben." Seiler sei jemand gewesen, "der nicht nur zugeschaut hat, sondern mitgestalten wollte." Durch all die Kinder und Jugendlichen, die er unterstützt habe, werde seine Tätigkeit nach seinem Tod weiterwirken.
Seiler hinterlässt seine Ehefrau, seinen Sohn und Enkelkinder. Die Beerdigung findet am 10. November in der Pfarrkirche St. Stephanus in Marchtrenk statt.