Wegen "Intrige von Kollegen"

"Traum geplatzt" – Junge Polizistin (22) verliert Job

Weil sie von einer Kollegin der gefährlichen Drohung bezichtigt worden ist, musste eine 22-jährige Polizistin vor Gericht. Nun ist sie ihren Job los.
André Wilding
03.07.2026, 08:40
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Mit einem "glatten Freispruch" endete am Grazer Straflandesgericht der Prozess gegen eine 22-jährige Steirerin. Der jungen Frau war gefährliche Drohung vorgeworfen worden. Richterin Michaela Lapanje stellte jedoch klar, der Vorwurf sei "nicht beweisbar" gewesen.

Für die ehemalige Polizistin kommt das Urteil dennoch zu spät. Wegen der Anzeige und des laufenden Verfahrens wurde ihr befristeter Vertrag bei der Exekutive nicht verlängert – das berichtet die "Kleine Zeitung".

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Auslöser des Falls war laut Anklage ein Telefonat zwischen der 22-Jährigen und einer Kollegin. Zuvor hatte diese den Freund der jungen Frau über Instagram kontaktiert. Im anschließenden Gespräch soll die Angeklagte laut der Tageszeitung gedroht haben: "Pass auf, was du tust, sonst wird dich mein Freund schlagen."

"Der Traum ist geplatzt"

Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, die Kollegin damit "mit zumindest einer Verletzung am Körper bedroht, um sie in Furcht und Unruhe zu versetzen". Eine weitere Polizistin gab an, das Telefonat mitgehört zu haben, heißt es im Bericht weiter.

Die Verteidigung zeichnete vor Gericht jedoch ein völlig anderes Bild. "Es war eine geplante Intrige von Kollegen gegen meine Mandantin", sagte Anwalt Gerd Krassnig in seinem Schlussplädoyer. "Bei der Polizei, das war ihr absoluter Traumjob. Doch der Traum ist geplatzt", wird der Verteidiger in der "Kleinen Zeitung" zitiert.

Auch später legte der Jurist nach: "Die Strafanzeige der Frau wurde zum Bumerang für das vermeintliche Opfer", sagte Krassnig laut der Tageszeitung. "Das Ganze war ein komplettes Lügenkonstrukt."

Weitere Ermittlungen angekündigt

Im Prozess schilderte die Belastungszeugin mehrere Vorfälle, die laut Gericht nicht bestätigt werden konnten. So behauptete sie unter anderem, von der Angeklagten im Dienst gemobbt und beschimpft worden zu sein. Laut Dienstplan war die 22-Jährige zu diesem Zeitpunkt jedoch gar nicht im Dienst.

Nach dem Freispruch kündigte die Staatsanwaltschaft laut "Kleine Zeitung" weitere Ermittlungen an. Gegen die Belastungszeugin und eine weitere Beamtin wird nun wegen des Verdachts der Verleumdung und der Falschaussage ermittelt.

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