Klara P. arbeitet als Heimhilfe – ein Job, der ihr sowohl körperlich als auch psychisch sehr viel abverlangt. Zu Hause gibt es auch wenig Ruhe, sie ist alleinerziehende Mutter und kämpft Monat für Monat mit den vielen hohen Rechnungen. "Besonders wenn man Kinder hat, bleibt im Vergleich dazu, wie hart die Arbeit ist, wenig übrig", gibt die 40-Jährige zu.
Erschwerend kommt hinzu: Die Stromkosten sind steil in die Höhe geschossen. Vergleicht die Wienerin ihre Stromrechnungen der vergangenen Jahre mit heuer, kann sie es kaum fassen: "Ich zahle schon 50 bis 60 Euro mehr im Monat." Am Ende des Monats bleibt ihr deutlich weniger übrig als früher; die Rechnungen für Strom, Fernwärme und Miete machen ihr schwer zu schaffen.
Auch beim Lebensmitteleinkauf achtet sie ganz genau auf die Preise. "Ich muss einen Wochen- und einen Monatsplan machen." Akribisch notiert sie jede Ausgabe, schreibt sich die Dinge auf, die sie unbedingt braucht – alles andere ist verzichtbar. "Gewisse Dinge kann man sich halt nicht mehr leisten", gibt sie resigniert zu.
Dass die extremen Preissprünge in den kommenden Jahren zurückgehen, wagt die 40-Jährige nicht zu hoffen. "Die Politik ist schuld – so wie es jetzt läuft, ist es komplett falsch", findet die Wienerin. Besonders schmerzt sie eines: "Meine Kinder verstehen, dass man zurückstecken muss, aber es ist trotzdem nicht schön, in die traurigen Augen zu schauen." Dass sie ihren Kindern die Wünsche, die sie haben, nicht erfüllen kann, bricht ihr das Herz.
Der Gedanke an das nahende Weihnachtsfest und die damit verbundenen Geschenke beschäftigt sie bereits sehr: "Dann muss man wohl einfach auf etwas Selbstgebasteltes umsteigen", sagt sie und hat schon Pläne.