Alarmierende Zahlen: Bundesweit wurden bisher bereits 155 Ansteckungen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis registriert – mehr als im gesamten vergangenen Jahr. 65 Fälle gab es in Oberösterreich, gefolgt von Tirol (28) und Salzburg (19).
Für SP-Gesundheitssprecher Peter Binder ist das "ein Alarmsignal, auf das die Landespolitik viel zu leise reagiert". Seine Kritik: Das Bundesland stürze beim Impf-Rating ab. "Und was macht die zuständige Gesundheitslandesrätin (LH-Stv. Christine Haberlander, ÖVP; Anm.)?", fragt Binder. Er sehe in den Medien viel Eigenwerbung der Volkspartei, aber keine breit angelegte Aufklärung.
Der Ärztekammer-Präsident habe wiederholt auf überlastete Ambulanzen hingewiesen – auch durch Zeckenstiche, die bei rechtzeitiger Impfung gar nicht erst zu Spitalsfällen würden, so Binder. "Man muss sich schon fragen, ob die sinkende Durchimpfungsrate auch damit zu tun hat, dass der impfskeptische Koalitionspartner FPÖ bei diesem Thema bremst."
Der Gesundheitssprecher fordert von Haberlander eine Studie. Diese solle zeigen, bei welchen Immunisierungen die Rate besonders stark sinkt. Und: Die Partei will wissen, warum Impflücken entstehen. "Also ob es an fehlender Information, mangelndem Zugang oder nicht wahrgenommener politischer Verantwortung liegt."
Die SPÖ pocht außerdem auf eine kostenlose, aktiv beworbene FSME-Impfaktion für alle Altersgruppen. Außerdem brauche es eine klare Kommunikationsoffensive des Landes noch vor Beginn der nächsten Zeckensaison.