Schulden und Arbeitslosigkeit sind sehr oft eng miteinander verbunden. Über ein Drittel der Klientel der Schuldenberatungen ist arbeitslos. Arbeitslose Personen sind in der Schuldenberatung beinahe fünf Mal so häufig vertreten wie in der Gesamtbevölkerung – das gab die ASB Schuldnerberatungen GmbH am Donnerstag in einer Aussendung bekannt.
Schon im Februar hatten die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister (VP) und Eva Prischl (SP) zur Bilanz-Pressekonferenz der Schuldnerberatung NÖ mit Geschäftsführer Michael Lackenberger geladen.
Die Zahlen: Knapp 4.000 Personen haben 2025 die Schuldnerberatung in Anspruch genommen, 59 Prozent davon waren männlich, 41 Prozent waren weiblich. Die größte Gruppe, die die nö. Schuldnerberatung aufsucht, ist im mittleren Alter, also zwischen 41 und 45.
Die öffentliche Hand könne nicht alles abfedern, sagte damals Teschl-Hofmeister: "Hier leistet die Schuldnerberatung wertvolle Arbeit, denn die allermeisten Kundinnen und Kunden, die zur Schuldnerberatung gehen, sind unverschuldet in ihre Situation gekommen." Die Beratung habe das Know-how, Chancen und Perspektiven in fast jeder Situation zu schaffen.
Die Durchschnittsverschuldung der Personen, die die Schuldnerberatung aufgesucht hatte, liegt bei 77.386,85 Euro – das seien rund 9.000 Euro weniger als im Jahr davor.
Es sei besonders wichtig, die Finanzkompetenz der jungen Menschen zu stärken, man habe etwa die Förderungen für den Finanzführerschein von 2024 auf 2025 verdoppelt, und es gebe das Programm "Frauen und Finanzen – Reden wir über Geld", damit gerade Frauen mehr Finanzkompetenz entwickeln. Finanz- und Wirtschaftskompetenz sollten verstärkt in die Lehrpläne eingebaut werden, fordert Teschl-Hofmeister.
Der Weg in die Schulden sei oft schleichend, sagte Landesrätin Eva Prischl: "Die Jahresbilanz der Schuldnerberatung Niederösterreich zeigt deutlich, wie wichtig die professionelle, niederschwellige und kostenlose Beratung für die Menschen ist."
Die Durchschnittsverschuldung liegt bei Männern bei circa 87.692 Euro, bei Frauen bei 62.767 Euro. In finazielle Notlage kann man in jedem Alter geraten, wie die Statistik zeigt.
Die jüngste Person, die beraten wurde, war nur 18 Jahre alt, die älteste 89 Jahre alt!
Die Jahresbilanz machte deutlich, dass insbesondere einkommensschwache Haushalte von Verschuldung betroffen sind. Das geringere Einkommen mache es schwierig, nachhaltig aus den Schulden zu kommen.
Michael Lackenberger, Geschäftsführer der Schuldnerberatung Niederösterreich bilanzierte im Februar: "Im Jahr 2025 waren an unseren fünf Standorten 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig." In fast allen Bereichen seien die Beratungen zwar leicht gesunken, "die Fälle werden aber komplizierter und aufwendiger", so Lackenberger. "Das kann man daran erkennen, dass die Anzahl der von uns durchgeführten Interventionen mit 36.218 einen neuen Rekord erreicht hat." Die Zahl der betreuten Personen sei auf 9.023 gesunken, durch die aufwendigere Tätigkeit habe man etwa in Hollabrunn und Wiener Neustadt die Kapazitätsgrenzen erreicht.