Studie von Agenda Austria

Brisante Bilanz! So massiv legten Staatsschulden zu

Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 47.649 Euro sind die Steirer mittlerweile Österreichs Schuldenkaiser. Auch erfasst: der Anstieg seit 2015.
Team Wirtschaft
13.04.2026, 21:38
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Österreich schleppt immer mehr Schulden mit. Vor zehn Jahren lag die Pro-Kopf-Verschuldung noch bei rund 34.000 Euro, heuer sind es österreichweit schon 45.349 Euro. Damit ist der Schuldenberg pro Einwohner inzwischen fast so hoch wie ein durchschnittliches Jahreseinkommen, wie eine Analyse der wirtschaftsliberalen Denkfabrik Agenda Austria zeigt.

Steirer auf Platz 1 im Schulden-Ranking

Besonders bitter fällt der Blick in die Bundesländer aus: Die Steiermark führt das Schulden-Ranking mit 47.649 Euro pro Kopf an. Gleich dahinter liegen Kärnten mit 47.239 Euro und das Burgenland mit 46.822 Euro. Auch Niederösterreich und Wien liegen – siehe Grafik – deutlich über der Marke von 46.000 Euro.

Am unteren Ende der Liste finden sich Tirol mit 42.323 Euro und Oberösterreich mit 42.374 Euro. Salzburg kommt auf 43.335 Euro, Vorarlberg auf 44.050 Euro. Im Österreich-Schnitt sind es 45.349 Euro pro Kopf.

Pro-Kopf-Verschuldung in Wien stieg um 41 Prozent

Noch brisanter ist der Vergleich mit 2015: In Wien legte die Pro-Kopf-Verschuldung um 41 Prozent zu, in Vorarlberg um 40 Prozent, in der Steiermark und in Tirol jeweils um 39 Prozent. Auch das Burgenland schob kräftig an und kommt auf ein Plus von 38 Prozent. Österreichweit beträgt der Anstieg 35 Prozent.

Der größte Brocken der Schulden liegt weiter beim Bund. Aber auch Länder und Gemeinden bauen ihren Teil des Minus weiter aus. Nur Salzburg schaffte es, die Verschuldung bei Ländern und Gemeinden gegenüber 2015 zu senken.

Politik fehlt es an "jeglicher Ausgabendisziplin"

Österreich fehle es, so Agenda Austria, nicht an Einnahmen. Was fehlt, sei jegliche Ausgabendisziplin und das Bewusstsein, dass sich Schulden nicht von selbst zurückzahlen. "Wir brauchen endlich eine strikte Ausgabenbremse wie in Schweden oder in der Schweiz. Freiwillig, ohne konsequente Regeln, wird kein Politiker, kein Ressort, keine Institution den Ausgabendrang zügeln", mein Ökonomin Carmen Treml.

Zwar mache der Bund weiterhin den Großteil der neuen Schulden aus, die Dynamik bei Ländern und Gemeinden sei dennoch beunruhigend. "Die Schweiz zeigt, dass mit mehr Einnahmenverantwortung auch die finanzielle Disziplin in den regionalen Gebietskörperschaften zunimmt", so Treml.

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