Sicherheitspanne bei Gala?

Trotz hundert Agenten: Schütze dringt fast zu Trump vor

Trotz eines massiven Aufgebots kam ein Angreifer gefährlich nahe an Trump heran. Der Schütze konnte mehrere Sicherheitsbarrieren überwinden.
Lara Heisinger
26.04.2026, 18:02
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Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen ist es einem bewaffneten Mann gelungen, bis in die Nähe der US-Spitze vorzudringen. Beim Korrespondentendinner in Washington kam es zu Schüssen – mitten in einem der bestgeschützten Events des Landes.

Hunderte Einsatzkräfte verschiedener Behörden waren am Samstagabend im Einsatz, um die Veranstaltung im Washington Hilton abzusichern. US-Präsident Donald Trump war als Hauptredner geladen, gemeinsam mit Vizepräsident JD Vance sowie mehreren Ministern und Regierungsvertretern. Dennoch schaffte es ein Verdächtiger, bewaffnet mit einer Schrotflinte und weiteren Waffen, auf die Etage über dem Ballsaal vorzudringen.

Gegen 20:36 Uhr Ortszeit kam es zur Eskalation: Ein Mann lief auf einen Sicherungsposten des Secret Service zu, es fielen Schüsse. Unklar ist bislang, wer genau das Feuer eröffnete. Ein Beamter wurde getroffen, seine schusssichere Weste verhinderte offenbar schwerere Verletzungen. Die Gäste im Ballsaal – darunter Trump und zahlreiche Regierungsmitglieder – blieben unverletzt.

Hotelzimmer gebucht

Der mutmaßliche Täter hatte laut Behörden ein Zimmer im Hotel gebucht und konnte so den äußeren Sicherheitsring passieren. Während Gäste für den Ballsaal Metalldetektoren durchlaufen mussten, reichte für den Zugang zum Hotel selbst ein Ticket. Zudem blieb das Gebäude für reguläre Übernachtungen geöffnet. Auch Demonstrationen vor dem Eingang sorgten dafür, dass Besucher rasch durch die Kontrollen geleitet wurden.

Chaos im Ballsaal

Videoaufnahmen zeigen, wie der Mann einen Flur entlangläuft, einen Kontrollpunkt passiert und schließlich auf einen Agenten schießt. Kurz darauf wurde er überwältigt und festgenommen.

Im Ballsaal selbst brach währenddessen Chaos aus. Secret-Service-Agenten brachten Trump und Vance rasch in Sicherheit. Andere Personenschützer kämpften sich durch den dicht besetzten Saal, stiegen auf Stühle und drängten Schutzpersonen zu Boden, um sie abzuschirmen. Einige Gäste suchten Schutz unter Tischen, während andere erst Minuten später evakuiert wurden.

"Beim ersten Kontakt" gestoppt

Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit der US-Führung auf. "So viele Führungspersönlichkeiten der Regierung befinden sich zur gleichen Zeit im selben Raum", zitierte CNN den Sicherheitsexperten Andrew McCabe. "Das schafft eine enorme Angriffsfläche für alle möglichen Probleme." Ein solcher Angriff könne den gesamten Sicherheitsplan "gewissermaßen über den Haufen" werfen.

Offizielle Stellen verteidigten hingegen die Maßnahmen. Secret-Service-Direktor Sean Curran betonte, der "mehrstufige Schutz" habe funktioniert. Auch Polizeichef Jeffery Carroll schloss sich dieser Einschätzung an. Laut Vize-Direktor Matthew Quinn sei der Angreifer "beim ersten Kontakt" gestoppt worden. Er habe versucht, eine "nationale Tragödie" auszulösen, dabei jedoch die Sicherheitsvorkehrungen unterschätzt.

Gepanzerte Platten unter Tisch

Brisant: Ein von Trump veröffentlichtes Video soll zeigen, wie der Täter an Sicherheitsbeamten vorbeigeht, während diese gerade Metalldetektoren abbauen. Nachdem der Präsident im Saal Platz genommen hatte, durften keine weiteren Gäste mehr eintreten – die Geräte wurden entfernt.

Im Inneren des Ballsaals galten zusätzliche Schutzmaßnahmen: Ein Sicherheitsring schirmte Trump ab, unter seinem Tisch waren gepanzerte Platten installiert. Bewaffnete Spezialkräfte positionierten sich rund um Bühne und Saal. Dennoch zeigt der Vorfall, dass selbst streng gesicherte Veranstaltungen nicht vollständig vor Angriffen geschützt sind.

{title && {title} } LH, {title && {title} } Akt. 26.04.2026, 18:08, 26.04.2026, 18:02
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