Zwischen Washington und Teheran verschärft sich der Ton. US-Präsident Donald Trump (80) droht mit weiteren Angriffen auf iranische Atomanlagen. Gleichzeitig bringen die USA Tausende Soldaten und zahlreiche Kriegsschiffe in Stellung. Der Iran kündigt bereits heftige Gegenwehr an.
Mehr als 20.000 US-Soldaten, drei Flugzeugträger und 17 Kriegsschiffe befinden sich im Arabischen Meer. Die Streitkräfte könnten innerhalb von 96 Stunden nach einem entsprechenden Befehl angreifen. Ein möglicher Zeitpunkt: nach den US-Zwischenwahlen am Dienstag.
Als potenzielles Ziel brachte Trump den Berg Kolang in der iranischen Provinz Isfahan ins Gespräch. Unter dem als "Pickaxe Mountain" bekannten Berg wird eine Atomanlage vermutet. Der Iran bestreitet das.
"Man könnte sich wahrscheinlich den Pickaxe Mountain ansehen, und darum muss man sich kümmern", erklärte Trump. Weitere Angriffe wären aus seiner Sicht rasch erledigt: "Wir haben ihr Atomprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um, ich würde sagen, ein oder zwei Anlagen kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen".
Eine Entscheidung über einen neuen Militäreinsatz ist laut US-Außenminister Marco Rubio allerdings noch nicht gefallen. Washington setzt demnach weiterhin auch auf Verhandlungen. Trump bezeichnete die Gespräche als "gut", die iranische Seite jedoch als "nicht sehr zuverlässig".
Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei drohte bereits am Samstag mit einer umfassenden Reaktion auf mögliche Angriffe: "Auf jede Art von Bedrohung muss eine sofortige, wirkungsvolle und geografisch uneingeschränkte Antwort folgen."
Am Sonntag warnte auch Armeesprecher Mohammed Akraminia: "Ein möglicher künftiger Krieg könnte länger dauern als der vorherige Konflikt." Trump sei zudem "nicht in der Lage, den Zeitpunkt oder die Bedingungen seines Endes zu diktieren".