Der frühere Fox-News-Moderator Tucker Carlson geht zunehmend auf Distanz zu Donald Trump. Nun will der einflussreiche Journalist nach eigenen Angaben dazu beitragen, eine dritte politische Kraft in den USA aufzubauen.
Carlson erklärte im Interview mit der "Columbia Journalism Review", er wolle einer neuen Partei zum Durchbruch verhelfen. Sich selbst sieht der 57-Jährige derzeit allerdings nicht als Präsidentschaftskandidaten. "Ich bin gewiss kein Politiker", sagte er. Als wichtigste Ziele nannte Carlson ein Ende des Kriegs sowie ein Ende der Immigration.
Der Journalist gilt als eine der bekanntesten Stimmen der MAGA-Bewegung und ist eng mit US-Vizepräsident J.D. Vance verbunden. Vor zwei Jahren sorgte er mit einem Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für Schlagzeilen. Außerdem besuchte er mehrfach Ungarn und bezeichnete das politische System von Ministerpräsident Viktor Orbán als Vorbild.
Zuletzt kam es jedoch zum offenen Bruch mit Donald Trump. Im Zusammenhang mit dem Konflikt um den Iran erklärte Carlson, der Krieg sei "das Dümmste, was ein amerikanischer Präsident je gemacht hat".
Über Trump sagte er außerdem, dieser sei eine "Geisel Benjamin Netanyahus". Obwohl der Präsident mit dem Slogan "America First" angetreten sei, verachte er seine Wähler, behauptete Carlson. "Man braucht nur einen Tag mit Trump verbringen, und man lebt in einem Traumland." Zudem erklärte er, er bedaure, die Trump-Wähler in die Irre geführt zu haben.
Mit Trump verband Carlson über Jahre ein wechselhaftes Verhältnis. Als Moderator bei Fox News unterstützte er dessen politischen Aufstieg, äußerte sich später aber auch kritisch. Nach seinem Aus bei Fox kam es zur Annäherung, Carlson setzte sich unter anderem für J.D. Vance als Vizepräsidentschaftskandidaten ein und trat nach dem Attentat auf Trump gemeinsam mit ihm auf.
Nach Angaben des Berichts hofft Carlson nun, die Spannungen innerhalb des MAGA-Lagers nutzen zu können. "Wenn ich aussteige, denke ich, dass viele andere das ebenfalls tun."
Unterstützung erhält er demnach von der republikanischen Abgeordneten Marjorie Taylor Greene, die sich ebenfalls von Trump distanziert hatte.
Ob eine dritte Partei in den USA Erfolg haben kann, bleibt offen. Bereits Politiker und Milliardäre wie Ross Perot, Michael Bloomberg oder zuletzt Robert F. Kennedy Jr. scheiterten mit ähnlichen Plänen, das Zweiparteiensystem zu durchbrechen.