Energiechef schlägt Alarm

Trumps Iran-Krieg ist "größte Gefahr aller Zeiten"

Die Folgen des US-israelischen Kriegs gegen den Iran werden laut Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), massiv unterschätzt.
Newsdesk Heute
22.03.2026, 13:22
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Fatih Birols Warnung klingt düster: "Wir stehen vor der größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit", betonte der 68-Jährige in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Birol ist seit über zehn Jahren Chef der IEA, die für die Koordination und Absicherung der weltweiten Energieversorgung zuständig ist.

Wie "20 Minuten" berichtet, spürt derzeit die ganze Welt die massiven Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Energieversorgung. Birol kritisiert jedoch, dass die Politik das volle Ausmaß der Krise noch nicht erkannt hat.

Er zieht einen Vergleich zu den beiden Ölkrisen der 1970er-Jahre: Damals schrumpfte das Angebot um rund zehn Millionen Barrel pro Tag. Jetzt fehlen laut Birol elf Millionen Barrel Öl täglich am Weltmarkt. "Der Schaden ist also größer als bei diesen beiden großen Ölpreisschocks zusammen", warnt der Energiechef.

Öl wird knapp – das ist erst der Anfang

Nicht nur die blockierten Öltransporte sorgen weltweit für Probleme: Auch wichtige Güter wie Düngemittel, Schwefel und Helium werden normalerweise über die Straße von Hormus geliefert, die jetzt seit fast einem Monat weitgehend gesperrt ist.

Besonders hart trifft es Erdgas: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sank das globale Angebot um 75 Milliarden Kubikmeter. Durch den aktuellen Konflikt im Nahen Osten fehlen laut IEA derzeit sogar 140 Milliarden Kubikmeter pro Tag – also fast doppelt so viel.

Ölpreise steigen weiter – trotz Reserven

US-Präsident Trump hat dem Iran zuletzt ein Ultimatum gestellt: Sollte Teheran die Meerenge bis Montagabend nicht freigeben, würden die USA die iranischen Kraftwerke zerstören – das wäre möglicherweise ein Kriegsverbrechen.

Trump erklärte außerdem, dass er keinen Waffenstillstand brauche, weil die iranische Seite fast völlig vernichtet sei. Gleichzeitig sind Tausende weitere US-Soldaten und mehrere Kriegsschiffe auf dem Weg in den Nahen Osten, um die ohnehin massive US-Präsenz weiter auszubauen.

Trotz Trumps fast täglichen Versprechungen, die USA hätten den Krieg praktisch gewonnen, ist ein schnelles Ende des Konflikts nicht in Sicht. Das bedeutet auch, dass die weltweite Energieversorgung weiter gefährdet bleibt. Die IEA hat bereits 20 Prozent ihrer Ölreserven freigegeben, die Mitgliedsstaaten lagern aber noch weitere 1,6 Milliarden Barrel.

Einschnitte gefordert

Doch selbst wenn alle Reserven freigegeben würden, wäre das nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Bei elf Millionen Barrel Rohöl, die derzeit täglich fehlen, reichen die verbleibenden IEA-Reserven gerade einmal für 120 bis 150 Tage.

Aus Sicht von Birol muss sich die Menschheit, wie schon in den 1970er Jahren, auf tiefgreifende Maßnahmen einstellen. Am Freitag präsentierte die Energieagentur einen Katalog mit Sofortmaßnahmen – darunter Tempolimits und Arbeiten von daheim.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.03.2026, 13:29, 22.03.2026, 13:22
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