Der Iran hat Langstreckenraketen auf den strategisch wichtigen Militärstützpunkt Diego Garcia abgefeuert. Die Insel liegt rund 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste und galt bisher als unantastbar. Das US-britische Atoll im Indischen Ozean dient als wichtige Drehscheibe für Bomber und Flottenversorgung.
Die Reichweite dieser Raketen überrascht westliche Militärexperten. Bisher ging man davon aus, dass iranische Raketen maximal 2.000 Kilometer weit fliegen können. US-Präsident Donald Trump hatte behauptet, das iranische Raketenarsenal sei zu 100 Prozent zerstört worden.
Laut NTV unter Berufung auf dpa stellten iranische Staatsmedien den Angriff als Beweis militärischer Stärke dar.
Die Revolutionsgarden erklärten im Staatsfunk: "Wir haben die Kontrolle über den Himmel über euren Köpfen." Die Nachrichtenagentur Fars behauptete, der Iran könne auch Europa erreichen.
Nahost-Experte Nawaf al-Thani schrieb auf X: "Eine Reichweite von 4.000 Kilometern verändert die Lage grundlegend." Damit könnten iranische Raketen theoretisch nicht nur Österreich, sondern auch West-, Süd- und Nordeuropa erreichen.
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz sieht den Angriff als direkte Folge der sich wandelnden Machtverhältnisse im Iran.
Nach dem Tod von Revolutionsführer Ali Chamenei hätten die Revolutionsgarden zunehmend die Dominanz übernommen. Die frühere Zurückhaltung beim Einsatz militärischer Mittel sei nun nicht mehr gewährleistet.
Analyst Raz Zimmt erklärte, Teheran versuche, den Konflikt als strategische Chance zu nutzen. Ziel sei es, eine neue regionale Ordnung zu gestalten und durch Abschreckung die US-Militärpräsenz in der Region zu beenden.