Fehlbildungen, Misshandlung

Tschernobyl-Opfer holt zehntes Gold bei Olympia

Oksana Masters wurde mit Fehlbildungen geboren, wohl aufgrund der Tschernobyl-Katastrophe. Jetzt holte sie ihr zehntes Olympia-Gold.
Sport Heute
09.03.2026, 09:15
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Die Erfolgsgeschichte von Oksana Masters geht weiter! Bei ihren bereits achten Paralympischen Spielen – vier im Sommer, vier im Winter – krönte sich die US-Amerikanerin erneut zur Gold-Gewinnerin. Im Biathlon-Sprint zeigte die Ausnahme-Athletin eine perfekte Leistung am Schießstand. Masters blieb fehlerfrei und sicherte sich souverän die Goldmedaille – und das, obwohl sie schon ihr ganzes Leben lang mit Rückschlägen kämpfen musste.

Der Triumph ist besonders bemerkenswert, da die US-Amerikanerin zuletzt gesundheitlich stark angeschlagen war. Eine Infektion und eine Gehirnerschütterung warfen sie komplett zurück. Drei Wochen lang konnte sie kaum trainieren, in Italien musste sie sogar ins Krankenhaus. Nach dem Rennen zeigte sich die Amerikanerin selbst überrascht: "Ich bin völlig geschockt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich wollte einfach nur eine schöne Zeit am Schießstand haben."

Ein Leben im Zeichen des Willens

Dass sich Masters immer wieder zurückkämpft, ist kein Zufall. Ihr Leben ist von Anfang an von großen Herausforderungen geprägt. Sie wurde 1989 im ukrainischen Chmelnyzkyj mit schweren Fehlbildungen an Beinen und Händen geboren und hat nur eine Niere. Ärzte vermuten einen Zusammenhang mit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl.

Kurz nach ihrer Geburt wurde sie von ihren Eltern in ein Waisenhaus gegeben. Dort wurde sie nach eigenen Angaben misshandelt und litt jahrelang unter Mangelernährung. Erst als eine Amerikanerin sie in einem Adoptionsprospekt entdeckt, ändert sich ihr Leben. Sie holte das Mädchen in die USA nach Buffalo, doch auch dort warteten weitere schwere Prüfungen auf sie. Es folgten mehrere Operationen, schließlich mussten ihre beiden Beine oberhalb der Knie amputiert werden. Auch an ihren Händen wurden mehrere Eingriffe durchgeführt.

Mit 17 Jahren entdeckt Masters ihre neue Leidenschaft im Sport – zunächst im Rudern. Fünf Jahre später gewinnt sie bei den Paralympics in London ihre erste Medaille. Aufgrund von Rückenproblemen wechselte sie später zum Wintersport und startet im Sommer zusätzlich im Handbike. Heute gehört Masters zu den größten Stars des paralympischen Sports. Insgesamt hat sie bereits 20 Paralympics-Medaillen gewonnen und große Sponsorenverträge in den USA abgeschlossen. Bei den Spielen in Paris sagte sie einmal: „Der Sport hat mir geholfen, mich selbst zu retten – und zu lernen, mich so zu lieben, wie ich bin.”

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