Seit Schulbeginn sind Kopftücher "nach islamischer Tradition" an den Schulen für Mädchen bis 14 Jahre verboten. Die große Mehrheit der Schülerinnen in Wien hielt sich an die neue Regelung. Oft wird versucht, das Kopftuchverbot mit dem Gebrauch von anderen Kopfbedeckungen zu umgehen. So werden beispielsweise Tücher zu "Turbanen" gebunden.
"Die Hotline der Bildungsdirektion wurde großteils von Schulleitungen genutzt, um nachzufragen, ob die in manchen Klassenzimmern verwendeten 'Turbane' unter das Kopftuchverbot fallen", erklärt Schulgewerkschafter Thomas Bulant (FSG). "Um die Beantwortung wird sich nun das Bildungsministerium kümmern müssen, da es bisher keine juristische Definition gibt, was unter einem Kopftuch islamischer Tradition zu verstehen ist."
Bulant berichtete in einer Zwischenbilanz, dass die Wiener Schulen das Gesetz nach den aktuellen Vorgaben des Ministeriums vollziehen und die Konfliktmeldungen an die Bildungsdirektion eher gering sind. Insgesamt gab es bei der Hotline der Bildungsdirektion bis Ende letzter Woche nur 40 Anrufe.
Das Kopftuchverbot sei vor allem ein Thema großer Städte – und insbesondere Wiens. Zu Schulbeginn seien zudem viele Betroffene nicht ausreichend informiert gewesen. "Zu Schulbeginn hatten viele Schülerinnen noch nie etwas von dem Kopftuchverbot gehört", so Bulant. In der großen Mehrheit der Fälle sei allerdings eine Einigung mit den Schülerinnen und ihren Eltern über das Kopftuchverbot in der Schule erzielt worden.