Wie aus den Berichten des Stadtrechnungshofes hervorging, griffen die Wiener Linien im Zuge des Ankaufs von Liegenschaften für den U5-Ausbau etwas zu tief in die Tasche. Laut Bericht des Stadtrechnungshofes wurden für zwei benötigte Gebäude fast 12 Millionen Euro bezahlt, die Kaufverträge wurden 2024 abgeschlossen. Für beide Häuser sollen rund 1,9 Millionen Euro zu viel bezahlt worden sein – scharfe Kritik kommt von FPÖ und Grünen.
Betroffen sind zwei Objekte, die am Elterleinplatz beziehungsweise am Währinger Gürtel liegen und für künftige Stationen benötigt werden. Allein bei dem Objekt am Elterleinplatz lag der Nettokaufpreis mit 7,4 Millionen Euro um rund 1,34 Millionen Euro über dem Schätzwert, womit sogar die marktkonforme Toleranzbandbreite überschritten wurde. Am Währinger Gürtel waren es 4,5 Millionen Euro bei einem angegebenen Verkehrswert von 4,03 Millionen Euro.
David Ellensohn (Grüne) und Ulrike Nittmann (FPÖ) üben heftige Kritik an der Vorgehensweise. Für die Wiener Grünen saß der Geldbeutel bei diesen Transaktionen eindeutig zu locker. "Das ist Steuergeld, das hier verschleudert wird", so Ellensohn, der auch das Amt des Vorsitzenden im Stadtrechnungshofausschuss bekleidet.
Die FPÖ fordert umfassende Aufklärung und betont, dass bei einem Milliardenprojekt wie der U5, Transparenz und ein wirtschaftlicher Umgang mit Steuergeldern gegeben sind. Die Stadt müsse künftig sparsamer agieren oder die Mehrkosten nachvollziehbar begründen.