Auch Kritik von Grünen

Sparhammer droht! Wiens Sozialbereich schlägt Alarm

Wiens Sozialorganisationen warnen vor massiven Einschnitten ab 2027. Auch die Grünen gehen wegen der geplanten Kürzungen auf die Barrikaden.
Wien Heute
07.10.2026, 12:02
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Im Wiener Sozialbereich wächst die Sorge vor weiteren Einsparungen. Das Bündnis "Wien bleibt anders", dem 80 Sozialorganisationen angehören, warnt vor den Auswirkungen der für 2027 geplanten Kürzungen beim Fonds Soziales Wien (FSW), wie der "ORF" berichtet.

Organisationen sehen Personal unter Druck

Nach Einschätzung des Bündnisses könnten die Einsparungen unter anderem Angebote für Menschen mit Behinderungen sowie Kinder und Jugendliche in Not treffen. Befürchtet werden zudem Auswirkungen auf die Unterstützung von Geflüchteten und Wohnungslosen. "Jede 20. Beratungsstunde und jeder 20. Job im Sozialbereich wackeln", warnt Bündnis-Sprecher Robert Mittermair.

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Nach Angaben des Bündnisses wurden Tarife und Förderungen in den vergangenen Jahren teilweise schwächer angehoben als die Inflation. Einrichtungen seien geschlossen und Angebote bereits zurückgefahren worden.

Für 2027 rechnet das Bündnis mit Einsparungen von mindestens drei Prozent des FSW-Budgets. Gleichzeitig würden Personal- und Sachkosten um rund drei Prozent steigen. Da sich etwa Ausgaben für Mieten und Energie nur schwer reduzieren ließen, befürchten die Organisationen Einschnitte beim Personal. Das könne dazu führen, dass weniger Zeit für Betreuung, Beratung und andere Unterstützungsangebote bleibt.

Bündnis warnt vor späteren Folgen

Die Sozialorganisationen argumentieren außerdem, dass Einsparungen kurzfristig zwar das Budget entlasten könnten, langfristig aber zusätzliche Probleme verursachen würden. Als Beispiele nennen sie unter anderem Jugendliche in schwierigen Lebenslagen, Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr finanzieren können.

Statt weiterer Einschnitte fordert das Bündnis strukturelle Veränderungen gemeinsam mit den betroffenen Organisationen. "Wir möchten die Qualität unseres sozialen Netzes erhalten. Dazu braucht es dringend einen Prozess struktureller Reformen, um wichtige Bedarfe von Menschen sicherzustellen, die darauf angewiesen sind. Wir sind davon überzeugt, dass im Dialog bessere Ergebnisse gelingen", erklärt Mittermair.

Grüne schießen gegen Rot-Pink

Unterstützung erhält das Bündnis von den Wiener Grünen. Parteivorsitzende Judith Pühringer nimmt die Stadtregierung scharf ins Visier. "Die sozialen Organisationen stehen aufgrund der rot-pinken Kürzungen mit dem Rücken zur Wand. Wenn jetzt erneut ein dreistelliger Millionenbetrag gekürzt werden soll, zerschneidet die SPÖ endgültig das soziale Netz Wiens", kritisiert Pühringer.

Auch Sozialsprecher David Ellensohn attackiert die SPÖ. "Die SPÖ hat ihren sozialen Kompass verloren. Wen treffen die Sozialkürzungen? Menschen mit Behinderung, armutsbetroffene Kinder, chronisch Kranke - also genau jene, die es sich nicht richten können und die ohnehin schon am absoluten Limit sind", sagt Ellensohn.

Er kritisiert zudem, dass aus seiner Sicht andere Möglichkeiten für zusätzliche Einnahmen nicht ausgeschöpft würden. Sein Fazit fällt drastisch aus: "Das ist das Gegenteil von sozial gerechter Politik, das ist brutaler Sozialabbau." Die Wiener Grünen wollen am Donnerstag neue Zahlen zum Ausmaß der Kürzungen im Sozialbereich präsentieren.

red,07.10.2026, 12:02
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