Skurrile Notlösung

Wiener Pensionistenheim braucht 80 Klimageräte

Der Wiener Stadtrechnungshof hat drei "Häuser zum Leben" auf ihre Sommertauglichkeit überprüft. In einem davon werden rund 80 Klimageräte eingesetzt.
Wien Heute
06.10.2026, 14:41
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Hitzewellen werden gerade für ältere Menschen zur Belastung. Der Wiener Stadtrechnungshof hat deshalb nach Schulen und Kindergärten nun auch Pensionisten-Wohnhäuser unter die Lupe genommen. Genauer geprüft wurden drei Einrichtungen des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP), besser bekannt als "Häuser zum Leben".

Die "Häuser zum Leben" betreiben 30 Pensionisten-Wohnhäuser in Wien (eines war zum Prüfungszeitpunkt geschlossen). Laut KWP-Einstufung verfügten 38 Prozent der 29 Häuser über eine gute, 14 Prozent über eine durchschnittliche und 48 Prozent lediglich über eine geringfügige Klimatisierung.

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Sechs Häuser ohne Außen-Sonnenschutz

Weiters verfügen nur zwölf der 29 Häuser über gekühlte Gänge in den Wohnbereichen, bei einem weiteren waren sie teilweise gekühlt. Allgemein zugängliche Kühlbereiche gab es in 17 Häusern. Sechs Häuser verfügten laut Bericht über überhaupt keinen außen liegenden Sonnenschutz.

Für den detaillierten Check wählten die Prüfer drei unterschiedlich ausgestattete Häuser aus: eines mit guter, eines mit durchschnittlicher und eines mit geringfügiger Klimatisierung. Besonders auffällig war Haus B, das zuletzt 2006 umfangreicher saniert wurde. Öffentlich zugängliche Bereiche seien zwar gut klimatisiert, anders sehe es jedoch in den Wohnungen aus.

Südseitige Wohnungen sehr heiß

"Die Situation in den Wohnungen in der warmen Jahreszeit ist nicht zufriedenstellend gewesen", hält der Stadtrechnungshof fest. Vor allem die südseitigen Wohnungen würden laut KWP im Sommer "sehr heiß". Bewohner bekamen bei Bedarf mobile Verdunstungskühler, sogenannte "Kühlwürfel". Diese brachten laut Prüfern jedoch nur eine "schwache Milderung". Der Rechnungshof empfiehlt deshalb, die Einstufung des Hauses als "durchschnittlich klimatisiert" zu überprüfen.

Dass eine Generalsanierung einen erheblichen Unterschied machen kann, zeigt das Haus A. Dieses wurde 2021 generalsaniert. Wohnungen werden dort über Kühlwände gekühlt, kleinere Bereiche verfügen über Kühldecken. Speisesaal, Pflegezimmer, Gänge und Büros werden mechanisch belüftet, wobei die Zuluft im Sommer gekühlt wird.

35 Grad draußen, knapp 27 Grad drinnen

Die Prüfer nahmen Temperaturdaten aus drei Wohnungen unter die Lupe. Selbst an sehr heißen Tagen mit 35 Grad Außentemperatur stieg die Raumtemperatur demnach nur knapp über 27 Grad. Der Stadtrechnungshof hob ausdrücklich hervor, dass den Bewohnern auch bei hohen Außentemperaturen ein angenehmes Wohnklima geboten werde.

Eine andere Strategie verfolgt Haus C, das 1984 errichtet wurde und in einem dicht verbauten Wiener Gebiet liegt. Eine Generalsanierung ist laut KWP-Strategie erst ab 2030 vorgesehen. Die vorhandenen Lüftungsanlagen können die zugeführte Luft nicht kühlen.

Rund 80 Klimageräte in einem Haus

Deshalb wurde kräftig mit Klimageräten nachgerüstet. Zunächst richtete das KWP sogenannte "Cooling Points" ein. Diese wurden von den Bewohnern jedoch nicht angenommen. In einem zweiten Schritt wurden deshalb sämtliche Gänge klimatisiert.

Mittlerweile sind im Gebäude rund 80 Split-Klimaanlagen-Innengeräte installiert – unter anderem in den Gängen aller Stockwerke, der Eingangshalle, dem Speisesaal und verschiedenen Aufenthaltsbereichen. Die vom Stadtrechnungshof befragten Personen äußerten sich positiv über die Temperaturen im Sommer. Langfristig sehen die Prüfer die vielen Einzelgeräte allerdings nicht als optimale Lösung.

Fokus auf außen liegenden Sonnenschutz

Grundsätzlich fällt das Urteil über die "Häuser zum Leben" positiv aus. Für sämtliche Häuser wurde die Situation bewertet und abhängig von Zustand und finanziellen Möglichkeiten eine Reihenfolge für Generalsanierungen beziehungsweise Neubauten festgelegt. Der Stadtrechnungshof lobt diese systematische Vorgangsweise ausdrücklich.

Verbesserungen sollen dennoch nicht bis zur nächsten Großsanierung warten. So sollen defekte Jalousien, Rollos und Teile von Klima- und Lüftungsanlagen repariert und die Kontrollen verbessert werden. Bei künftigen Sanierungen soll außerdem stärker auf außenliegenden Sonnenschutz gesetzt werden. Das KWP erklärte gegenüber dem Stadtrechnungshof, die entsprechenden Empfehlungen umzusetzen.

red,Akt. 06.10.2026, 16:14, 06.10.2026, 14:41