Im vergangenen Jahr hat Großbritannien rund vier Milliarden Pfund (etwa 4,64 Mrd. Euro) für die Unterbringung und Unterstützung von Asylsuchenden ausgegeben. Innenministerin Shabana Mahmood erachtet das für viel zu viel.
Daher will man Asylsuchende künftig zur Kasse bitten. Demnach sollen Betroffene, die auf staatliche Leistungen angewiesen sind – sobald sie über ein Einkommen verfügen – bis zu 10.000 Pfund (über 11.000 Euro) zurückzahlen müssen.
"Sobald Menschen einen Beitrag leisten und die Großzügigkeit der britischen Bevölkerung zurückzahlen können, erwarten wir von ihnen, dass sie dies tun", so die Innenministerin. Wie NTV berichtet, betont Mahmood, dass Unterstützung für Asylsuchende zwar ein Recht sei, aber "auch mit Verantwortung verbunden".
Kritik an diesen Plänen kommt von Madeleine Sumption, der Direktorin des Migration Observatory an der Universität Oxford. Sie meint, nur ein kleiner Teil der Geflüchteten verdiene überhaupt genug, um einen Beitrag leisten zu können. Auch Zoe Dexter von der Menschenrechtsorganisation Helen Bamber Foundation hält das Vorhaben für "zutiefst ungerecht und völlig kontraproduktiv".
Die geplanten Maßnahmen sind Teil der sogenannten "Immigration and Asylum Bill". Diese kommt nun für eine erste Lesung ins Unterhaus. Das Thema Migration sorgt in Großbritannien schon seit Jahren für heftige Diskussionen. Auch beim Austritt aus der EU – dem sogenannten Brexit – hat es eine wichtige Rolle gespielt. Dessen Vorkämpfer Nigel Farage liegt mit seiner rechtspopulistischen Partei Reform UK auch daher in Umfragen vor der regierenden Labour-Partei.